Insgesamt 111 Mal sind Österreicher bisher für einen Oscar nominiert gewesen, der Regisseur Stefan Ruzowitzky holte am (heutigen) Dienstag mit seinem KZ-Drama "Die Fälscher" nun die 112. Nominierung. 32 Mal hat es tatsächlich für eine der goldenen Statuetten gereicht. Am erfolgreichsten war der in Österreich geborene Billy Wilder, der im Verlauf seiner Karriere sechs Oscars gewann und 1988 auch mit dem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Seither gelang es keinem Österreicher mehr, einen Academy Award zu holen - zuletzt ging Hubert Sauper 2006 leer aus.

"Darwin's Nightmare". Im Vorfeld waren dem Tiroler vor zwei Jahren eigentlich gute Chancen auf einen Oscar für seine globalisierungskritische Dokumentation "Darwin's Nightmare" eingeräumt worden, schließlich unterlag er jedoch dem Franzosen Luc Jacquet und dessen Doku "Die Reise der Pinguine". Sauper verpasste damit die Chance auf den 33. Oscar für einen Österreicher ebenso wie vier Jahre vorher der Salzburger Virgil Widrich für seinen Kurzfilm "Copy Shop". Knapp vor Billy Wilders Lebenswerk-Ehrung war 1986 auch Wolfgang Glücks "38" für einen Auslands-Oscar nominiert.

Erster Oscar 1935. Den ersten Oscar überhaupt für einen Österreicher gab es laut dem Nachschlagewerk "Österreicher in Hollywood" (Filmarchiv Austria) durch Max Steiner 1935. Er zeichnete für die Filmmusik in "The Informer" verantwortlich. Ein Jahr später wurde Paul Muni als Bester Hauptdarsteller in "The Story of Louis Pasteur" geehrt. In dieser Kategorie war nach ihm nur noch Maximilian Schell 1961 mit seiner Hauptrolle in "Judgement at Nuremberg" an der Spitze. Fred Zinnemann schaffte 1951 das, was Sauper nicht und auch vorher und nachher keinem Österreicher mehr gelungen ist: Er holte sich für "Benjy" den Dokumentarfilm-Oscar.

Erfolgreichste Österreicher. Zinnemann zählt neben Sam Spiegel insgesamt zu den erfolgreichsten Österreichern, was Academy Awards anbelangt. Er gewann 1953 auch den Oscar für die Beste Regie für "From Here To Eternity" und 1966 als Produzent und Regisseur von "A Man Of All Seasons". Ebenfalls bei vier Oscars hält Spiegel, der 1954 mit "On The Waterfront", 1957 mit "The Bridge On River Kwai" und 1962 mit "Lawrence Of Arabia" für den Besten Film ausgezeichnet wurde sowie 1964 einen "Lifetime Achievement Award" (Oscar für das Lebenswerk) zugesprochen bekam.

Sechs Oscars für Wilder. An Billy Wilder kommt aber keiner heran. 1945 bis 1960 erhielt der Regisseur sechs Oscars, drei davon für "Das Apartment" (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch). Hätte Wilder 1988 nicht den Ehren-Oscar bekommen, würde Österreich bereits seit 1978 (Peter Zinner für den Besten Schnitt von "The Deer Hunter") auf eine der kleinen goldenen Statuen warten. Nahe dran war 1986 übrigens nicht nur Wolfgang Glück, sondern auch der Schauspieler Klaus Maria Brandauer: Er war als Bester Nebendarsteller in Sydney Pollacks "Out Of Africa" nominiert, musste jedoch Don Ameche für seine Rolle in "Cocoon" den Vortritt lassen. Vier Jahre zuvor hatte Brandauer für Aufsehen bei der Verleihung gesorgt, weil er auf die Bühne gestürmt war, um "seinem" Regisseur Istvan Szabo zum Oscar für den Besten ausländischen Film ("Mephisto") zu gratulieren. Seinen Auftritt auf der Oscar-Bühne konnte er später nicht mehr wiederholen.