Mit einem offenen Brief protestiert die französische Kulturbehörde "Culturesfrance" gegen den Vorwurf des US-Magazins "Time", die französische Kultur sei "tot". In einer in der Ausgabe vom 14. Jänner von "Time" veröffentlichten Liste nennt "Culturesfrance" 300 französische Künstler, die in Frankreich arbeiten und im Ausland anerkannt sind. Unter diesen befinden sich Filmstar Isabelle Adjani, Schriftsteller Michel Houellebecq, der Komponist Pierre Boulez, die Regisseurin Ariane Mnouchkine, die Fotografin Sophie Calle, der Maler Zao Wou-Ki und der Pferdemeister Bartabas.

Artikel sorgte für Entrüstung. In der europäischen Ausgabe vom 3. Dezember 2007 hatte "Time Magazine" nach dem Tod des Mimen Marceau polemisch die Frage aufgeworfen, wer noch den Namen eines französischen Künstlers von Weltrang nennen könne. Die Titelgeschichte "Der Tod des französischen Kultur" hatte in Frankreich für große Entrüstung und heftige Reaktionen in den Medien geführt.

Öffentlicher Brief. Nun antwortete das für die Verbreitung der französischen Kultur im Ausland zuständige öffentliche Amt "Culturesfrance" mit einem Brief an das Magazin unter dem Titel "Living proof of a vibrant culture" ("Der lebende Beweis einer dynamischen Kultur"). "Frankreich und Europa im Allgemeinen stellen ein außerordentliches Publikumsreservoir für die Kultur dar, und sie beherbergen wahrscheinlich die größte Dichte von Kulturschaffenden und Denkern in der Welt", betonte der Leiter von "Culturesfrance", Olivier Poivre d'Arvor.

Befragung in 80 Ländern. Nach den Angaben wurden zur Erstellung der Liste Kulturzuständige in knapp 80 Ländern befragt. Auf dieser Basis wurde eine "vorläufige" Liste von französischen Künstlern erstellt, die in Frankreich arbeiten und in mindestens 20 Ländern bekannt sind. Den Titel des "Time"-Artikel parodierend wurde die Liste unter dem Titel "Great time for French culture" veröffentlicht.