Im Skandal um die Entsorgung von Büchern der Universitätsbibliothek Eichstätt sind nach Angaben des Landes Bayern nur verschimmelte und neuere Exemplare vernichtet worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch vorgestellte Untersuchung der Bayerischen Staatsbibliothek im Auftrag des Wissenschaftsministeriums in München. Vor einem Jahr war bekanntgeworden, dass die Uni-Bibliothek rund 80 Tonnen der teils wertvollen Bestände der 1999 übernommenen Zentralbücherei der Kapuziner als Altpapier entsorgt hatte. Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Anklage wegen Untreue in fünf Fällen gegen die Leiterin der Bibliothek erhoben.
Gutachten klärte die Lage. Die Leitung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) sieht sich durch das Gutachten der Staatsbibliothek rehabilitiert. "Wir können wohl sagen, dass - von Ausnahmen abgesehen - keine alten, wertvollen Bestände vernichtet wurden und schon gleich gar nicht massenweise", sagte der Präsident der KU, Ruprecht Wimmer. Die Ordensleute hatten der Universitätsbibliothek vor neun Jahren rund 350.000 Bücher überlassen. Etwa ein Zehntel davon sollen Bände sein, die vor der Säkularisation im Jahr 1803 erschienen und dem Freistaat gehören. Nach Angaben der Uni-Leitung wurden lediglich Bücher entsorgt, die verschimmelt waren, oder Exemplare, die nicht in den Bibliotheksbestand aufgenommen werden konnten und nicht mehr zu verkaufen waren. Wimmer räumte jedoch ein, dass eine vollständige Rekonstruktion der Geschehnisse nicht mehr möglich sei.
Alte Bände. Anders als die Uni-Spitze geht die Ermittlungsbehörde jedoch davon aus, dass zwölf der im Altpapier gelandeten Bände vor der Säkularisation erschienen sind.
Doch keine Massenvernichtung von Büchern
Gutachten klärte die Lage in der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt: Nur verschimmelte und neuere Exemplare wurden vernichtet.
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