Die Felsenreitschule der Salzburger Festspiele bekommt derzeit ein neues Faltdach. Ab dem kommenden Festspiel-Sommer sollen in Salzburg also auch Freiluft-Opern gegeben werden können. "Das Dach ist in wenigen Minuten geräuschlos schließbar" sagte Architekt Gerhard Sailer von Halle 1 am Mittwoch bei einer Baustellenbesichtigung.
Das auf fünf Teleskop-Stahlträgern liegende, dreifach geschichtete und wärmeisolierte Faltdach ist 40 Meter breit und 25 Meter tief. Ob die Felsenreitschule damit auch im Winter benutzt werden kann, sei allerdings fraglich, sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. "Das wäre wünschenswert. Aber noch wissen wir nicht, ob die bestehende Heizanlage ausreicht, um auch den Bühnenraum ausreichend zu erwärmen."
Dort, wo im 17. Jahrhundert Tiere zum Gaudium der Gesellschaft zu Tode gehetzt, Pferde trainiert und seit Gründung der Festspiele Theater und Oper gegeben wurden, stehen jetzt Riesenkräne und heben Stahl, Beton, Gipsplatten und Tellwolle rund 30 Meter hoch über die mit Schnee und Eis bedeckte Bühne der Felsenreitschule. Zuletzt hat Peter Stein in den frühen 90er Jahren Shakespeares Römerdramen teilweise unter freiem Himmel präsentiert. Seither aber blieb das desolate Dach zwischen Mönchsberg und Kleinem Festspielhaus im Sommer geschlossen und stand im Winter wegen der Schneelast offen.
Das Gebäude wird zudem im Bereich Foyer und Zuschauerraum um ein Stockwerk erhöht. Dadurch gewinnen die Festspiele insgesamt 700 Quadratmeter für Werkstätten und den Kostümfundus sowie Aufenthaltsräume für die Techniker. Dazu kommen zwei breite Licht-Brücken, Raum für Tonanlagen sowie diverse Vorrichtungen, mit denen die Akustik verbessert werden soll.
Das Projekt kostet insgesamt 8,5 Mio. Euro. 5,7 Mio. Euro bezahlen Bund, Land und Stadt. Den Rest finanzieren die Festspiele, eine Reihe von Spendern und der Verein der Freunde. Ende Mai soll der Umbau fertig sein, am 9. Juni wird die neue Felsenreitschule mit einem Bernhard-Paumgartner-Gedenkkonzert eröffnet.