Lucky Luke also. Und das war ziemlich stimmig: Unaufgeregt, zurückhaltend, sich nie in den Vordergrund drängend. Wer Herbert Brandl begegnet ist, weiß genau, warum er ein Faible für den sympathischen Cowboy hatte: Das Rampenlicht war seine Sache nicht, aber mit freundlicher Bescheidenheit nahm er doch an all dem Halligalli teil, den der Job eines Künstlers ihm abverlangte. Aber was heißt schon Job: Künstler zu sein, das war für Herbert Brandl nichts, was er sich aussuchte – vielmehr war es das nötige Vehikel dafür, was der gebürtige Steirer in sich trug: Es ist kein Zufall, dass er der illustren Gruppe der „Neuen Wilden“ zugerechnet wurde. Schubladisierung? Nein, vielmehr steckte in seiner künstlerischen DNA, was sie ausmachte: In den 1980er-Jahren die Gegenströmung zu sein, was damals State of the Art war – Konzeptkunst und Performance, Inszenierung und große Bühne, die Malerei war so gut wie abgemeldet, bis die „Neuen Wilden“, darunter auch Hubert Schmalix, Erwin Bohatsch oder auch Gunter Damisch und Alois Mosbacher, sie wieder einforderten. Brandl, der ab 1978 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien studierte, setzte noch eines drauf: Landschaftsmalerei! Der traut sich was!