It‘s Amazing!“ Ja eh, wer würde das nicht sagen: Ein Luxusressort auf Koh Samui, großzügige Einzelvillen mit Pool, eingerahmt von üppigem Grün. Wenn es zwickt, zwackt oder zwecks der Entspannung, bucht man sich im Wellnessbereich ein. Mike White hat wieder zugeschlagen und lässt in der dritten Staffel von „White Lotus“ Superreiche Urlaub machen. Mit ein bisschen Massage gibt er sich nicht zufrieden, er greift zum Skalpell und filetiert – Milieus, Archetypen und Gruppendynamiken. Eine blutige Freud-Couch, weil schon kurz nach Beginn die erste Leiche im luxuriösen Setting schwimmt. Irgendwo zwischen Buddha-Statuen und aufgeregten Affen durchbricht ein Amokläufer das Idyll. „White Lotus“-Fans wissen, das ist ein kurzer Blick auf das, was am Ende noch kommen wird. Bis dahin suchen eine dysfunktionale Familie, drei überdrehte Freundinnen in den Fünfzigern, ein Paar, dessen Liebe einseitig daherhängt, ein Portier, der zu nett ist und andere nach, ja, wonach eigentlich?
Interview
Das Gepäck, das so manche mit sich herumtragen, ist ohnehin schon recht ordentlich: Verlustängste, Langeweile, Selbstekel und die erratische Suche nach dem nächsten Kick. Und so stolpern und taumeln sie alle beständig über jenes Glück, das vor ihrer Nase liegt, aber vielleicht zu banal und billig ist: Liebe, Freundschaft, Familie. Und Folge für Folge werden die Nasen blutiger, der Erkenntnisgewinn ein sehr teuer erkaufter.
Bewertung: ●●●●●
„The White Lotus“, S3 auf Sky.