Forschung aus Kärnten - FH3D-Druck: Ausbildung für eine boomende Branche

Ein Drittel aller Kärntner Unternehmen soll bald mit 3D-Druck arbeiten. Die FH bereitet bereits die Fachkräfte dafür vor.

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Ungewöhnliche Formen sind für den 3D-Druck kein Problem: Immer mehr entdeckt jetzt auch die Industrie die Vorteile der Technologie
Ungewöhnliche Formen sind für den 3D-Druck kein Problem: Immer mehr entdeckt jetzt auch die Industrie die Vorteile der Technologie © fotomek - stock.adobe.com
 

Der Markt für die additive Fertigung wächst stärker als andere Fertigungstechnologien und der Einsatz von 3D-Druck in der Serienproduktion steigt. Man erwartet, dass der globale Umsatz in vier Jahren von 12 auf fast 30 Milliarden Euro anwächst“, sagt Franz Riemelmoser. Er hält eine Professur für Maschinenbau an der FH Kärnten und beschäftigt sich mit 3D-Druck seit frühen Tagen. Der Boom, der bei dieser Technologie mittlerweile eingetreten ist, überrascht ihn keineswegs.

„Das Thema 3D-Druck wird für sehr viele Unternehmen in Kärnten wichtig werden. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Drittel aller Unternehmungen in den nächsten Jahren 3D-Druck anwenden werden“, so Riemelmoser. Aufgrund dieser Entwicklung sei ein steigender Bedarf an einer fundierten theoretischen und praktischen Aus- und Weiterbildung für Techniker augenscheinlich.

Man erwartet, dass der globale Umsatz beim 3D-Druck in vier Jahren von 12 auf 30 Milliarden Euro anwachsen wird.

Franz Riemelmoser

Helge Bauer Franz Riemelmoser
Franz Riemelmoser © Helge Bauer

Die FH Kärnten reagiert daher schon jetzt mit einem neuen Bildungsangebot: Gemeinsam mit der Gemeinnützigen Personaldienstleitungsservice Kärnten (GPS) geht ein Ausbildungs- und Lehrmodul für die Ausbildung von Facharbeitern in Österreich und Slowenien im Bereich des 3D-Drucks von Metallen und Kunststoffen an den Start. „Die Zielgruppe reicht vom Lehrling bis zum Akademiker. Durch ein modulares und zielgerichtet Aus- und Weiterbildungskonzept sind wir in der Lage unterschiedlich tief in die Thematik einzugreifen“, sagt Thomas Petschnig, Projektleiter bei GPS. Das Unternehmen bringt seine industriellen 3D-Druckanlagen für die Praxisausbildung ein, die FH steuert theoretische Grundlagen bei.

Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen sind laut Riemelmoser die Fähigkeiten, die 3D-Druck-Techniker in die Ausbildung mitbringen sollten. Sie lernen dort, 3D-Objekte mittels CAD-Software am Computer zu entwerfen, die richtigen Werkstoffe einzusetzen, und wie die gedruckten Teile nachbearbeitet werden. Die Ausbildung ist Teil des Projekts ASAM.

Projektinfo

ASAM steht für „anwendungsspezifische Additive Manufacturing-Technologien“ und soll Dienstleistungen im Bereich des 3D-Drucks erarbeiten. Dazu werden Labore für die Untersuchung gedruckter Bauteile errichtet, ein Partnernetzwerk für medizinischen 3D-Druck aufgebaut und die Zusammenarbeit mit slowenischen Partnerorganisationen (Namaste, Universität Ljubljana und Keko Oprema) gestärkt.

Info: www.asam.si/de/

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