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Alpen-Adria-UniversitätMaschinen spüren lassen

Harald Gietler, Universitätsassistent am Institut für Intelligente Systemtechnologien, entwickelt gerade eine neue Technologie, die Maschinen den Standort von anderen bestimmen lässt.

Harald Gietler
Harald Gietler © KK/Alpen-Adria-Universität/Müller
 

Maschinen können schon viel. Ein gewisses Set an Sensoren ist ausgereift. Harald Gietler, Universitätsassistent am Institut für Intelligente Systemtechnologien, fragt sich aber: „Wer weiß, was wir in Zukunft an Sensoren brauchen?“ Eine neue Technologie, die Maschinen den Standort von anderen bestimmen lässt, entwickelt er gerade.

Harald Gietlers Spezialgebiet ist die Elektrotechnik. Mit Hilfe von elektromagnetischen Feldern möchte er beispielsweise die Standortbestimmung von autonomen Systemen wie Robotern oder Drohnen verbessern. Uns erklärt er den Mechanismus wie folgt: „Es gibt einen Sender und einen Empfänger. Dazwischen wird ein elektromagnetisches Feld aufgebaut, das dabei hilft, auf Seiten des Empfängers den Standort des Senders festzustellen.“ Nützlich könnte diese Technologie zum Beispiel in Produktionshallen sein, wo mehrere Roboter aktiv sind, oder bei den kabellosen Ladeplattformen, auf denen Drohnen möglichst genau landen sollen. Wir fragen nach, wie weit so ein elektromagnetisches Feld dafür genutzt werden kann und erfahren: „Dies ist limitiert. Bei wenigen Metern Reichweite können wir aber zentimetergenaue Positionsbestimmungen liefern. Und: Je näher, desto besser.“

Unter der Betreuung von Hubert Zangl, Professor am Institut für Intelligente Systemtechnologien, arbeitet Harald Gietler dazu an seiner Dissertation. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit konnte er zuletzt auch ein Auslandssemester an der renommierten ETH Zürich absolvieren, wo es um ein weiteres Detail der Funktionalität dieser Technologie ging. Konkret gibt es bei elektromagnetischen Feldern Störgrößen in Form von leitfähigen Objekten, die meist aus Metall sind. „Häufig bestehen ja auch die Roboter aus Metall“, erklärt Harald Gietler. Um trotz dieser Störungen korrekte Ergebnisse liefern zu können, müsse man also deren Effekte in das mathematische Modell inkludieren. Dabei ist es notwendig, auch auf die jeweiligen Metalle sowie die Gestaltung von Robotern Rücksicht nehmen. Aufgrund der intensiven Betreuung an der ETH Zürich konnte Gietler gemeinsam mit seinem betreuenden Professor binnen kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielen. Nach Klagenfurt zurückgekehrt, will er diese nun weiterverarbeiten. Außerdem ist bereits ein weiterer Auslandsaufenthalt in Planung.

Es scheint, als würde Harald Gietler, der nach der HTL in Klagenfurt das Informationstechnik-Studium aufnahm und mittlerweile vor der Promotion steht, auf geradem Weg eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Danach gefragt, erklärt er: „Ja, die Forschung hat viele Vorteile. Einer davon ist: Freiheit. Freiheit, daran zu arbeiten, was einen interessiert. Und Freiheit, dies auch weitgehend wo und wann man will zu tun.“ Harald Gietler ist darüber hinaus auch sehr gerne in der Lehre tätig. Ob sein Weg ihn nun wirklich bis hin zur Professur führen wird, oder ob doch eher eine Tätigkeit in der Industrie lockt, ist für ihn noch völlig offen. „Sorgen mache ich mir jedenfalls nicht“, erklärt er uns. Die er sich, ob seines zielgerichteten Arbeitens, auch nicht zu machen braucht.

Auf ein paar Worte mit … Harald Gietler

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftler wären?
Darüber habe Ich eigentlich nie ernsthaft nachgedacht. Ich wäre wohl selbstständig.

Verstehen Ihre Eltern, woran Sie arbeiten?
Möglicherweise nicht im Detail, aber in den Grundzügen definitiv.

Was machen Sie im Büro morgens als Erstes?
Bei einer Tasse Kaffee mit den Kollegen plauschen.

Machen Sie richtig Urlaub? Ohne an Ihre Arbeit zu denken?
Unbedingt.

Was bringt Sie in Rage?
Ungerechtigkeit.

Und was beruhigt Sie?
Sport. Dabei vergesse ich die Sorgen des Alltags.

Wer ist für Sie die/der größte WissenschaftlerIn der Geschichte und warum?
Eine einzelne Person zu benennen ist wohl nicht möglich. Der Fortschritt basiert auf den Arbeiten vieler. Falls ich müsste, würde ich dennoch James Clerk Maxwell erwähnen, da seine Arbeit wesentlichen Einfluss auf die meine hat.

Wofür schämen Sie sich?
Hin und wieder sehr ungeduldig zu sein.

Wovor fürchten Sie sich?
Nicht zufriedenstellende Ergebnisse bei lang im Voraus geplanten Experimenten zu erhalten.

Worauf freuen Sie sich?
Auf meinen anstehenden alljährlichen Surf-Trip nach Portugal.

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