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Alpen-Adria-Universität„Plädiere für offene Strom-Grenze“

Als Energieökonomik-Forscher sieht Norbert Wohlgemuth Österreichs Klimaziele mit gewisser Skepsis – vor allem aus wirtschaftlicher Sicht.

Norbert Wohlgemuth forscht an der Uni
Norbert Wohlgemuth forscht an der Uni © KLZ/Markus Traussnig
 

Wie sehen Sie das Ziel, dass sich Österreich für 2030 vorgenommen hat – also bei der Stromproduktion völlig CO2-frei zu werden? Ist das aus wirtschaftlicher Sicht realistisch?
NORBERT WOHLGEMUTH: 2030 ist näher, als das auf den ersten Blick erscheint. Änderungen in der Energiewirtschaft sind wegen der Langlebigkeit von Investitionen in dieser Branche nicht innerhalb weniger Jahre zu bewerkstelligen. Damit ist das Ziel äußerst ambitioniert und mittels der aktuell gültigen energiepolitischen Anreize nicht erreichbar. Je mehr Zeit man zur Erreichung eines Zieles hat, desto kostengünstiger kann man es erreichen. So gesehen sind die Ziele des Energiefahrplans mit dem Ziel 2050 realistischer.

Sie hinterfragen auch das Ansinnen, vollkommen auf erneuerbare Energieformen zu setzen. Warum eigentlich?
Was bedeutet „völlig CO2-freie“ Elektrizitätserzeugung? Darf bei Knappheit kurzfristig Strom aus nicht erneuerbaren Quellen importiert werden, auch wenn – über das Jahr gerechnet – zumindest so viel CO2-freie Elektrizität erzeugt wie verbraucht wird? Das würde in den resultierenden Kosten einen großen Unterschied machen. Ich plädiere in unserem eigenen Interesse für offene Strom-Grenzen!

Was müsste noch passieren, um die österreichischen Klimaziele zu erreichen, bevor es zu spät ist?
Wir sollten auch versuchen den Energieverbrauch zu reduzieren. Jede Kilowattstunde, die wir einsparen, brauchen wir nicht erzeugen! Obendrein ist eingesparte Energie billiger als zusätzlich erzeugte.

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