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Führungsrollen Es war einmal ein König: Warum erfolgreiche Führung kein Märchen ist

Unternehmensberaterin Sabine Pelzmann zeigt in einem neuen Buch, was Chefs von den Grimm'schen Märchen lernen können.

© Gerd Brändlein - Fotolia
 

Frau Pelzmann, Sie beleuchten in Ihrem Buch die Aspekte moderner Führungsrollen anhand der Grimm’schen Märchen. Sind Sie denn in einem auf erfolgreiche Führung gestoßen?

Sabine Pelzmann: Ja, durchaus. Zum Beispiel beim König und der Königin in der Gänsemagd. Die Königin, weil sie ihre Tochter – die Nachwuchskraft – hinaus in die Welt schickt, um etwas zu lernen. Und dann der König, der nicht auf äußere Dinge hereinfällt, sondern wahrnimmt, welches Potenzial in der Gänsemagd steckt. Er schaut hin, hört zu und überlegt sich, was er tun kann, damit diese Gänsemagd zur Prinzessin und dann zur Königin werden kann. Das wäre für mich eine reife Form von Führung. Nicht vorschnell zu urteilen, sondern gut hinzuschauen und sich ein Bild zu machen. Geschützte Umgebungen fürs Lernen zu bieten und das Potenzial zu sehen. Wirklich die Möglichkeiten eines Menschen zu sehen.

Zur Person

Sabine Pelzmann ist integrativ-systemische Unternehmensberaterin, Coach (ÖVS), Lehrsupervisorin, Bildhauerin, Autorin und Lehrbeauftragte an mehreren in- und ausländischen Universitäten.
Buch: Führung und Macht. Aspekte moderner Führungsrollen – gesehen in Figuren der Grimm’schen Märchen. Sabine Pelzmann, Olivia de Fontana, Schäffer Poeschel, 30,80 Euro.

Warum haben Sie diesen Kniff mit den Märchen angewandt?

Märchen bringen uns in eine exzentrische Position. Wenn wir über ein Märchen sprechen und wie es zum Beispiel bei Aschenputtel war, dann bringt uns das in Distanz und damit können wir ganz gut aus dieser Meta-Position auf ein Führungsthema hinschauen, ohne dabei sofort mit all den Emotionen drinnen zu sein. Aber es geht uns trotzdem nahe.
Sie sprechen im Buch immer wieder den Reifeprozess an. Ist er in der Führung entscheidend?

Märchen beschreiben immer einen Reifeprozess. Es geht darum, wie jemand Königin oder König wird. Wie jemand das Königreich oder eben die Abteilung gut führen kann, sodass alle glücklich und zufrieden sind. Es geht um individuelle Reifeprozesse. Bei erfolgreicher Führung geht es auch um persönliche Reife. Es hängt weniger mit dem Alter des Menschen zusammen, sondern wie reif er als Person ist, um die Führung anderer zu übernehmen.
Nun haben Märchen immer ein gutes Ende. Wie sieht das „und, wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ in der Geschäftswelt aus?

Es ist ähnlich wie beim Märchen. Man sollte im gemeinsamen Prozess gut sein und Organisationen als Landebahnen für die Zukunft gestalten, damit wirklich auch etwas Neues passieren kann.

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