Es ist ein Mittwoch, kurz nach neun Uhr macht sich das KIAB-Team Graz-Umgebung (Kontrolle der illegalen Arbeitnehmerbeschäftigung) im Mannschaftsbus auf die Kontrolltour.

Recherchiert. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Man will die Baustelle, ein Wohnprojekt unweit des Ortszentrums von Hausmannstätten südlich von Graz, kurz nach der Jausenzeit überprüfen. Dann sind erfahrungsgemäß alle Arbeitnehmer anzutreffen. "Wir haben im Vorfeld recherchiert, Datenbanken abgefragt. Gewisse Verdachtsmomente deuten auf eine illegale Beschäftigung hin", so KIAB-Teamleiter Ernst Lugger*. Verdachtsmomente ergeben sich etwa, wenn auf Baustellen keine Firmenschilder angebracht sind oder wenn die dort Beschäftigten keine "Firmenmontur" tragen, erklärt der erfahrene Fahnder.

Erfolge. Bei rund 40 Prozent der Einsätze geht das KIAB-Team Anzeigen nach, 60 Prozent kommen auf Grund von Eigenrecherchen zustande. Man komme auf einen Schnitt von etwa 20 kontrollierten Betrieben pro Tag, so Lugger. Auch Samstag und Sonntag sind sie unterwegs. Da wird in erster Linie im Gastgewerbe und in der Hotellerie kontrolliert. Bei etwa 60 Prozent der geprüften Betriebe werden Unregelmäßigkeiten geahndet.

Strafe. "Die Übertretung des Ausländerbeschäftigungs-
gesetzes wird mit mindestens 1000 Euro und im Höchstfall mit bis zu 50.000 Euro Strafe geahndet", sagt Christian Stiegler, Pressesprecher der Steuer- und Zollkoordination für Steiermark und Kärnten, bei der seit 1. Jänner 2007 die KIAB-Beamten zugeordnet sind. Weil zugleich von 15 auf 36 Beamte aufgestockt wurde, kann man auf ordentliche Erfolge verweisen.