Mit lasziven Werbe-Trailern und Plakaten katapultierte sich Römerquelle seit den 70er Jahren in die Gesellschaft Österreichs bekanntester Markenartikel. Und seit Beginn waren Kärntner Strategen daran beteiligt. Die Kärntner Marktpsychologin Eva Braunegger hatte dem burgenländischen Unternehmer geraten, sich im Dreieck "Erotik-Kulinarik-Vitalität" zu positionieren, die Werbetexterin erfand den Slogan "Römerquelle belebt die Sinne". Jetzt übernimmt ein Kärntner sogar das Ruder bei Österreichs zweitgrößtem Mineralwasser-Abfüller. Es ist der Mölltaler Christian Moser.
Verdrängungswettbewerb. Seit Studientagen in Graz setzte der 38-Jährige darauf, dass alles fließt. Die Diplomarbeit schrieb er über Römerquelle. Zuletzt war er zwei Jahre lang Chef von Coca-Cola Beverages Slowenien. Als Ziel gibt er an: "Die Marke weiter stärken, mit Innovationen punkten." Leicht wird das nicht: Die Mineralwasserbranche leidet unter einem Preisverfall und dem Verdrängungswettbewerb durch No-Name-Wässer. Da nützt es wenig, sich auf die Marktführerschaft im Handel und eine 4300 Jahre alte Quelle zu berufen, die schon Marc Aurel von einem Leiden befreit haben soll. Moser wird daher vor allem auf den Nearwater-Bereich setzen, also das mit Geschmack angereicherte Römerquelle-"Emotion".
Sportlich. Sein Durchhaltevermögen hat sich Moser unter anderem über den Sport erarbeitet. Zum Beispiel war er Kicker bei Andritz und verdiente sich damit einen Teil seines Studiums. Auch mit seinem Mountainbike nimmt er sich anspruchsvollere Touren vor. Und doch kann er den Erfolg nur bedingt beeinflussen: In der Branche ist man vom Wetter abhängig. In diesem Sinne sind Moser sonnige Zeiten zu wünschen.
ERFOLGSMENSCHEN
Moser belebt die Sinne
Der Mölltaler Christian Moser (38) ist neuer Geschäftsführer von
Österreichs zweitgrößtem Mineralwasser-Abfüller Römerquelle.
© Römerquelle / Jobst