VeldenBulfon lässt Millionäre abblitzen

Kein Hotelbetrieb, aber eine Vermietung für Veranstaltungen sind die Pläne für die Villa Bulfon. Von Verkauf sei keine Rede.

Man schmiedet Pläne für die Zukunft der Villa Bulfon © Daniel Raunig
 

Vor geraumer Zeit sorgte die Villa Bulfon im Zentrum von Velden für einen veritablen Rechtsstreit zwischen der Besitzer-Familie Bulfon und Philip Daniel Merckle, millionenschwerer Sohn des Ratiopharm-Gründers. Merckle hatte das Anwesen 2009 gepachtet, später aber die Freude am Betrieb des Anwesens verloren und die Zahlung des Pachtzinses eingestellt. Der Streit endete Mitte 2015 mit einem Vergleich, Merckle musste dem Vernehmen nach eine Million Euro zahlen.

Die Touristiker fürchteten schon, dass die prominent gelegene, historische Villa künftig verwaist bliebe, doch sie gibt wenigstens in den Sommermonaten, ein kräftiges Lebenszeichen von sich.
Was ist nun mit der Villa – daneben war auch viele Jahre das Casino Velden untergerbracht – in der Zwischenzeit passiert? „Wir vermieten das gesamte Anwesen für Veranstaltungen, Hochzeiten, Events oder Privatpersonen“, erklärt der Sprecher der Eigentümer-Familie, Christoph Bulfon. Das Haus sei im Internet zu buchen. Gehobene Firmenveranstaltungen würden im Schlosshotel organisiert werden, für Firmen, die nicht so viel Geld aufbringen wollen, sei die „Villa Bulfon“ die ideale Location. „Da ist es sogar von Vorteil, dass wir keinen Hotelbetrieb haben, weil die Veranstalter unter sich sind“, meint Bulfon. Der deutsche Autohersteller BMW zum Beispiel habe die gesamte Villa mit 35 Zimmern und einem großzügigen Park direkt am See in Bausch und Bogen gemietet.

„Für einen Hotelbetrieb haben wir nicht die optimale Größe“, sagt Bulfon. Man könnte zwar ein Boutiquehotel daraus machen, doch die 90 Betriebstage, die am Wörthersee zu erzielen seien, würden eine so umfangreiche Investition nicht rechtfertigen. Außerdem gäbe es keinen Hotelier in der Familie, der das Haus führen könnte.
Bei einer längerfristigen Pacht sei man künftig sorgsamer. „Merckle war ein potenter Pächter, auch da hat es nicht funktioniert. Wie soll es bei jemandem funktionieren, der nichts hat, außer einem Konzept“? fragt der in München lebende Christoph Bulfon. Zum Verkauf sei die Villa nicht ausgeschrieben, wenngleich es Angebote gäbe. Doch Konkretes sei bislang nicht dabei gewesen. „Die Millionäre um den See haben schon alle angeklopft“.

Übrigens: die Villa Bulfon wird oft mit dem „Seeschlössl“ verwechselt, dieses liegt jedoch rund einen Kilometer entfernt liegt. Es gehört einer Wiener Familie, Wolfgang und Christine Bulfon – Cousins von Christoph Bulfon – haben es gepachtet.

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