"Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit zu helfen, wenn Menschen in Not sind", sagt Karl Heinz Reichhold über seinen tatkräftigen Einsatz Geflohene zu unterstützen.

Schon im Jahr 2014 half er Bekannten aus der Ostukraine, da er damals öfter die Ukraine bereiste. Auch seine Frau Maryna, selbst Ukrainerin, lernte er dort kennen und lieben. Als er seine Frau vor vier Jahren heiratete, pendelte Maryna zwischen Österreich und der Ukraine, wo sie als selbstständige Notarin beschäftigt war. "Nach den ersten Bombeneinschlägen in der Ukraine kam Maryna nach Österreich und fragte mich, ob sie Leute mitnehmen könnte", erzählte Reichhold.

Insgesamt 33 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, unterstützten die Reichholds bis jetzt bei der Unterkunfts- und Arbeitssuche oder versorgten sie mit dem Notwendigsten. "Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft in der Gemeinde", sagt Reichhold. Die größten Hürden gab es bei der Bürokratie zu überwinden. "Die Abwicklungen gestalteten sich oft sehr langwierig und sperrig", kritisiert Reichhold. Beispielsweise müsse ein ukrainischer Flüchtling sich zuerst bei der Gemeinde registrieren, dann bei der Fremdenpolizei und zusätzlich noch bei der Abteilung 13 des Landes. "Wir versuchen sie jetzt ins Gesellschaftsleben zu integrieren. Viele von ihnen dachten, der Krieg wird nicht so lange dauern", sagt Reichhold.

Einige Geflohene konnten bereits erfolgreich an die St. Veiter Gastronomie vermittelt werden. Für die Zukunft wünscht sich Reichhold, "dass die Hilfsbereitschaft der Menschen weiterhin hoch bleibt."
Freizeit bleibe dem Pensionisten zwischen seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten für Geflüchtete nicht. Gerne hilft er aber am Hof seines Sohnes Karl Adrian (42), wo Geflügelprodukte vermarktet werden und "immer etwas zu tun ist".

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