Veronika Steiner-Suntinger hat schon in Kindertagen gemerkt, dass ihre soziale Ader besonders ausgeprägt ist, was sie später als Rezeptionistin, Meinungsforscherin und Altenpflegerin zeigte. Zu ihrer unbezahlten Arbeit zählte jene in Mexiko mit Straßenkindern. Eigentlich ist die 67-jährige Lienzerin in Pension, aber seit 2019 ist sie Teamleiterin des Besuchsdienstes des Roten Kreuz.

In ihrer Position muss Steiner-Suntinger oft sehr flexibel sein. Zählen zu ihren Aufgaben doch auch das Vermitteln zwischen Klienten und Mitarbeitern, Anträge ausfüllen oder Gespräche mit den Vorständen der Wohn- und Pflegeheime. Momentan zählt sie 33 Mitarbeiter, die die Bewohner in Wohn- und Pflegeheimen sowie die Klienten zu Hause betreuen.

Die richtige Wellenlänge

Eine weitere Aufgabe ist es, passende Freiwillige für den Besuchsdienst auszusuchen. Dann trifft sich die Teamleiterin vorab mit den Interessierten für ein Gespräch. Dadurch kann sie einschätzen, ob dieser für die ehrenamtliche Aufgabe beim Besuchsdienst geeignet ist. "Im Endeffekt ist es eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, wenn Besuchsdienst und Klient auf einer Wellenlänge liegen. Ich empfinde immer Glücksgefühle, wenn ich sehe, dass ein neu eingeschulter Mitarbeiter perfekt zu einem Klienten passt", sagt Steiner-Suntinger. 

Gefühl der Zusammengehörigkeit

Besonders wichtig sind ihr die gemeinsamen Sitzungen, bei denen das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Ehrenamtlichen gestärkt wird: "Sie sollen sich auch außerhalb der Positionen kennenlernen."

Für die sechsfache Oma ist es immer wieder bereichernd, wenn sie merkt, wie viel sie den Menschen, welche die Dienste des Besuchsdienstes nutzen, damit geben kann: "Es ist ein pures Glücksgefühl, wenn ich von meinen Klienten höre, wie sehr sie sich immer auf uns freuen und dass wir eine Medizin für sie sind."

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