Sieben Jahre, nahezu unzählige Veranstaltungen und viele unvergessliche Begegnungen: Stadtkulturleiterin Claudia Funder prägte seit Oktober 2019 maßgeblich die Kulturszene in Lienz und brachte mit ihrem Programm regelmäßig begabte Künstler auf die Bühnen der Stadt. Im Herbst verabschiedet sie sich in den Ruhestand – doch bis dahin stehen noch einige Highlights auf dem Programm.

Wenn die Leidenschaft zum Beruf wird

Der Weg zur Stadtkultur führte Funder über den Journalismus. 22 Jahre lang arbeitete sie als Redakteurin – auch beim Osttirol Journal, bei Dolomitenstadt und zuletzt bei der Tiroler Tageszeitung. Nach Ausschreibung der Stelle als Stadtkulturleitung bewarb sich die gebürtige Oberösterreicherin umgehend. Und erhielt die ersehnte Zusage. „Als die Stelle ausgeschrieben wurde, hat dieses Aufgabengebiet sofort mein Interesse geweckt. Kultur war immer ein gelebter und geliebter Teil meines privaten und beruflichen Lebens“, erinnert sich die 60-Jährige und betont: „Ich empfinde es nach wie vor als unglaubliche Bereicherung, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte.“

Claudia Funder mit Schauspielerin Verena Altenberger
Claudia Funder mit Schauspielerin Verena Altenberger © privat

Über 30 organisierte Veranstaltungen pro Jahr

Unter Funders Leitung entwickelte sich das Programm der Stadtkultur auf vielfältige Art und Weise. Rund 35 Veranstaltungen pro Jahr wurden unter ihrer Obhut organisiert – von Konzerten über Lesungen bis hin zu Kabarett und Theater. Besonders wichtig war ihr stets, auch jüngere Zielgruppen anzusprechen und dabei große Namen als auch Senkrechtstarter nach Lienz zu holen. So brachte sie lässige und aufstrebende Acts wie Bibiza, Julian Le Play, Caesar Sampson, Avec, My Ugly Clementine oder Oskar Haag auf die Bühnen. Ebenso die etablierten Künstler Philipp Hochmair, Verena Altenberger oder Birgit Minichmayr – um nur einige zu nennen.

Besonders in Erinnerung geblieben sind Funder die vielen Begegnungen rund um die Veranstaltungen. Vor und nach den Auftritten ergaben sich immer wieder Gespräche mit den Künstlern, die sie als „unkompliziert, angenehm und sympathisch“ erlebt habe. Doch auch der direkte Kontakt mit dem Publikum sei für sie ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit gewesen: „Die positiven Rückmeldungen waren immer eine große Motivation für mich. Ein großes Danke daher an das Publikum, das die Stimmung während der Veranstaltungen der letzten Jahre immer so wunderbar mitgetragen hat“, so die Noch-Kulturchefin.

„Einen kühlen Kopf bewahren“

Doch nicht immer verlief alles reibungslos. Vor allem die Corona-Pandemie stellte die Stadtkultur vor große Herausforderungen. Zahlreiche Veranstaltungen mussten verschoben oder neu organisiert werden. Aber auch abseits von Ausnahmesituationen sei Flexibilität in der Kulturszene unverzichtbar, wie Funder sagt: „Auch wenn man im Vorfeld alles detailliert plant, gibt es am Veranstaltungstag immer wieder Unvorhergesehenes, auf das man unverzüglich reagieren und rasch Lösungen finden muss.“ Das reiche von schneebedingten Verspätungen der Künstler, über vergessene Instrumente bis zu verstellten Parkplätzen, die für den Transport des Equipments abgesperrt waren. „Da heißt es, schnell zu reagieren und einen kühlen Kopf zu bewahren.“

Die vier Open-Air-Konzerte auf Schloss Bruck werden ein Highlight des heurigen Kulturjahres in Lienz
Die vier Open-Air-Konzerte auf Schloss Bruck werden ein Highlight des heurigen Kulturjahres in Lienz © Funder

Noch ein besonderer Kultursommer

Bis zu ihrem Abschied im Herbst trägt das Programm der Stadtkultur Funders Handschrift. Viele Termine sind bereits fixiert, einige Veranstaltungen schon ausverkauft – darunter die Konzerte von Peter Ratzenbeck und Lemo sowie der Kabarettabend von Gery Seidl. Ein besonderer Höhepunkt werden für die Pensionistin in spe jedoch die Sommerveranstaltungen auf Schloss Bruck sein. Geplant sind vier Open-Air-Konzerte und zwei Theateraufführungen im Innenhof des Schlosses – die letzten Veranstaltungen, die sie noch selbst organisieren wird. Auf der Bühne stehen unter anderem Jazzwecan, das Patrikez Quartett oder Jo The Man The Music – ein buntes Programm, ganz im Sinne Funders. Außerdem gastiert der Theaterwagen Porcia mit zwei Stücken in Lienz.

Armin Berger übernimmt ab September

Parallel zu den Detailplanungen ihrer letzten Veranstaltungen schult die scheidende Stadtkulturleiterin derzeit ihren Nachfolger und derzeitigen Stellvertreter Armin Berger ein, der ab September für kulturelle Highlights sorgen wird: „Die bestmögliche Übergabe ist mir sehr wichtig. Ich wünsche Armin, dass er als Abteilungsleiter der Stadtkultur Lienz ebenso viel Freude und Erfüllung findet wie ich.“