Nicht nur die Preise für die Tageskarten haben die Osttiroler Skigebiete bekannt gegeben – erstmals erreichen sie teils die 70-Euro-Marke –, auch die Kosten der Saisonpässe stehen fest. Der vergünstigte Vorverkauf läuft allerorten. Auf dem Mölltaler Gletscher in Oberkärnten, in zwei der für Osttiroler Pistenfans in Frage kommender Pässe enthalten, kann man bereits Spuren in den Schnee kratzen. Fünf Angebote buhlen um Carver und Wedler: die Bergerlebnis Card Lienz, der Sportpass Lienz, die Ski)hit-Karte, der Kärntner Skipass sowie die Snow Card Tirol. Doch wer bietet was?
Bergerlebnis Card Lienz
Die Bergerlebnis Card der Lienzer Bergbahnen ist noch jung und wohl auch Reaktion auf die zurückgehenden Käufe des Sportpasses. Der Clou ist, dass es zur Wintersaisonkarte die Sommercard dazu gibt. Das heißt, dass man die Bahnen am Zettersfeld und am Hochstein bis zum Ende der Sommersaison 2026 nutzen kann – teils bis weit in den Herbst hinein. Die Radmitnahme für den Bikepark am Hochstein ist nicht dabei, eine Fahrt mit dem „Ostirodler“ ebenfalls nicht. Und: Im Winter stehen die Lifte am besagten Lienzer Hausberg seit dem vorigen Winter still. Sodass nur 21 Pistenkilometer aufs sonnige Zettersfeld locken.
Neu: Wer im Vorverkauf bis zum 13. Dezember zuschlägt, darf den Parkplatz Faschingalm im Skiareal gratis nutzen. Fällig werden aktuell 599 Euro für Erwachsene, 515 Euro für Senioren und Invalide sowie 295 Euro für Kinder von sechs bis 18 Jahren. Zudem gibt es Partner-, Familien- und Großelternpakete. So zahlen zwei Elternteile mit zwei Kindern 1674 Euro, zwei Großeltern mit zwei Enkeln 1514 Euro. Löblich: Jedes weitere Kind ist gratis, sofern es im gleichen Haushalt lebt. „Wir sehen, dass es immer mehr Großeltern gibt, die im Winter gerne mit ihren Enkeln Ski fahren, im Sommer mal zur Moosalm wollen. Für die ist das Angebot ideal“, erklärt Bergbahnen-Vorstand Mario Tölderer.
Sportpass Lienz
Über zig Jahre war der Sportpass Lienz eine Institution – und bei Familien im Lienzer Talboden gesetzt. Er ist ein Jahr gültig, vom 1. November bis zum 31. Oktober. Benutzt werden dürfen alle Aufstiegshilfen der Lienzer Bergbahnen und damit die Skilifte am Zettersfeld. Dazu sind Eintritte ins Dolomitenbad (Frei- wie Hallenbad, keine Sauna) und zum Tristacher See gratis – ein dickes Plus für den Pass. Das Museum Schloss Bruck ist ebenso inkludiert wie die Eislauffläche an der Pustertaler Straße. Nicht dabei sind Bikepark, Tennishalle und Co.
Vorverkauf sowie Pakete gibt es nicht. Die Preise stehen auch noch nicht fest, sie sind Tagespunkt der kommenden Gemeinderatssitzung Ende Oktober. Die hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre, das marode Eisstadion sowie das Ski-Aus am Hochstein sorgen jedoch dafür, dass viele einstige Sportpass-Fans arg ins Grübeln kommen. Zuletzt kostete der Pass für Erwachsene 649 Euro, für Senioren 559 Euro, für Jugendliche, Studenten, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener sowie Menschen mit Behinderung 489 Euro. Und für Volksschüler 309 Euro. Kinder und Jugendliche mit Lienzer Wohnsitz bekamen 2024/25 einen Zuschuss der Stadt um 126 Euro. Für die Sonnenstadt ist dies insofern ein Dilemma, da sie das Gros der Einnahmen an die Bahnen weiterreichen muss. Bei den Jugendlichen blieb heuer nach Abzug des Subvention nur 23 Euro Gewinn, bei den Volksschülern zahlte man drauf. Apropos: Viele Talgemeinden schießen für die Kids zu, oft auf verschiedene Pässe.
Ski)hit Osttirol
Der Ski)hit der Schultz-Gruppe beinhaltet natürlich die drei eigenen, oft prämierten Gebiete: Großglockner Resort Kals-Matrei mit 47 Pistenkilometern, Skizentrum St. Jakob (35 km) und Sillian Hochpustertal (22 km). Auch der Mölltaler Gletscher sowie die Hochgebirgsbahnen Ankogel in Mallnitz sind im Verbund – beides in Kärnten. Die Auswahl an Mehrtages- und vor allem Wahlkarten macht die Karte speziell bei Urlaubern zum Hit, zumal dann auch anders als bei der Saisonkarte die Lienzer und Obertilliacher Bergbahnen enthalten sind.
Bei den Saisonkarten läuft der Vorverkauf bis zum 15. Dezember. Gültig ist der Pass vom 1. September bis zum 31. August, auch im Sommer dürfen die Bahnen genutzt werden, wobei diese etwa in Matrei oder Sillian später auf und deutlich früher wieder zumachen als in Lienz. Erwachsene zahlen bis dahin 789 Euro, für Kinder und Jugendliche (Jahrgang 2007–2019) sind 396 Euro aufgerufen. Invalide (ab 60 Prozent) kommen ebenfalls auf hier sehr günstige 396 Euro. Senioren-Tickets gibt es keine, dafür Familienpakete: Zwei Elternteile mit zwei Kindern zahlen 1743 Euro. Also etwas mehr als beim Bergerlebnis Lienz, dafür mit mehr Pistenkilometern. Großelternpakete stehen keine parat.
Kärntner Skipass
Stolze 31 Skigebiete offeriert der Kärntner Skipass – in ganz Kärnten. Und sieben in Osttirol: Sogar die Liftgesellschaft Kartitsch ist neben den sechs „Großen“ an Bord. In Summe harren 262 Aufstiegsanlagen und 845 Pistenkilometer der Skifahrer. Gültig ist die Saisonkarte ab Öffnung des Mölltaler Gletschers (heuer schon seit 10. Oktober) und bis zum 31. Mai. Im Sommer gilt der Skipass nicht.
Gemessen an der Anzahl der Gebiete frohlockt beim Kärntner Pass das Börserl. Im „Online-Super-Vorverkauf“ (Achtung: nur bis 1. November) berappen Erwachsene 774 Euro, Erwachsene mit Behinderung 471 Euro, Auszubildende und Jugendliche 581 Euro sowie Kinder 387 Euro. Im Schnitt in etwa so viel wie bei Ski)hit, mit jedoch viel größerem Angebot – so man das nutzen will und kann. Kleinkinder sind hier nicht umsonst, sondern kosten 70 Euro. Dafür kann man aus zig Familienpaketen wählen. Das Beispiel mit je zwei Elternteilen und Kindern kommt auf 1744 Euro. Derselbe Preis gilt für Oma, Opa und zwei Enkel.
Snow Card Tirol
Der Pass der Superlative: Fünf Gletscher und über 90 Skiresorts, darunter dieselben sieben Osttiroler Gebiete wie beim Kärntner Skipass, sind enthalten. Entsprechend teuer ist der Spaß. Im Vorverkauf zahlen Erwachsene 1169 Euro, Jugendliche und Menschen mit Behinderung 935 Euro, Kinder (2010–2019) 584 Euro. Pakete führen die Tiroler nicht, sodass sich die Snow Card Tirol wohl nur für gut betuchte Osttiroler Skifreaks mit Reiselust gen Norden lohnt.