Die Hofburg in Brixen in Südtirol war vor 500 Jahren Ausgangspunkt der Tiroler Bauernaufstände. Am gestrigen Samstag eröffneten dort die Vertreterinnen und Vertreter der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino das diesjährige Euregio-Museumsjahr. Das Motto: „weiter sehen“. Stellvertretend für Tirols Kulturreferenten und Landeshauptmann Anton Mattle nahm sein Stellvertreter Philip Wohlgemuth an der Eröffnung teil. Rund 130 geladenen Gästen wurde das Programm mit den Ausstellungen und Veranstaltungen in allen drei Euregio-Landesteilen vorgestellt.
Eine zentrale Figur der Bauernaufstände war Anführer Michael Gaismair, der Mitbestimmung und Gleichheit vor dem Gesetz forderte. 500 Jahre später greift das Euregio-Museumsjahr 2025 seine Ideen auf, um unter dem Motto „weiter sehen“ über soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel nachzudenken. Private Museen und Landesmuseen in der gesamten Euregio Tirol-Südtirol-Trentino haben 31 Einzel- und Kooperationsprojekte entwickelt und laden dazu ein, in vergangene Zeiten einzutauchen und Parallelen zur Gegenwart zu ziehen.
Eröffnungsdiskussion
Wie die Zusammenarbeit die Museen über die Euregio-Ländergrenzen hinweg stärker vernetzt hat und welche Aufgaben den Museen bei der Aufarbeitung von Geschichte zukommen, darüber diskutierten bei der Eröffnungsfeier die Vertreter der beteiligten Museen: Edith Hessenberger (Ötztaler Museen, Tirol), Michaela Stolte (Stadt- und Multschermuseum Sterzing, Südtirol), Tommaso Dossi (Palazzo della Magnifica Comunità di Fiemme, Trentino) und Francesco Frizzera (Museo Storico italiano della Guerra, Trentino). Auch Osttiroler Martin Kofler (LUMEN/Museum Burg Heinfels/TAP) war daran beteiligt.
Begleitend zu den Ausstellungen und Projekten werden viele Museen an den ersten drei Sonntagen im September spezielle Aktionstage anbieten. Außerdem ermöglichen Unterrichtsmaterialien für SchülerInnen von zwölf bis 18 Jahren, sich mit verschiedenen Formen des Widerstands auseinanderzusetzen. Wohlgemuth: „Beim Euregio-Museumsjahr werden Gerechtigkeit, Krisenbewältigung und Widerstand aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und wir sind zum ‚weiter denken‘ eingeladen – etwa über historische und gegenwärtige Machtverhältnisse und darüber, was wir als Gesellschaft beitragen können.“
Alle Infos zum Euregio-Museumsjahr gibt es unter 2025.euregio.info.