Es kann nicht jeder Erster werden bei Wettbewerben wie „prima la musica“. „Ich erlebe seit vielen Jahren, dass unsere jungen Talente sich auch dann nicht entmutigen lassen, wenn sie nicht gewinnen“, sagt Hans Pircher, Leiter der Landesmusikschule (LMS) Lienzer Talboden. „Ganz im Gegenteil. Jede Teilnahme bei einem Wettbewerb ist eine Chance zu lernen. Die Kinder gewinnen durch diese Auftritte an Sicherheit und Selbstvertrauen. Sie stehen mit Freude auf der Bühne und genießen das Spielen vor großem Publikum. Diese Fähigkeiten nützen einem im Leben sehr.“
Der Tiroler Landeswettbewerb fand vom 10. bis 19. März statt, und heuer erstmals in Landeck. Aus der LMS Lienz haben Annika Tiefnig (Saxofon), Tobias Landsfried (Trompete/Flügelhorn), Luis Lanzinger (Horn) und Matteo Landsfried (Trompete) nicht nur erste Preise erspielt, sie nehmen auch am Bundeswettbewerb teil.
Aus Osttirol reisten insgesamt 51 Teilnehmer nach Landeck, 22 davon allein aus der Landesmusikschule Sillian-Pustertal. „Die Schüler, ihre Eltern und die Lehrer sind bei uns im Oberland überaus motiviert“, so erklärt Musikschulleiter Christian Schönegger den hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern. In nicht weniger als zehn Gemeinden geben die Lehrer seiner Schule Unterricht. Darüber hinaus funktioniere die Zusammenarbeit der drei Landesmusikschulen besonders gut.
Die Osttiroler Landesmusikschulen arbeiten zusammen
„Wir tauschen uns aus und überlegen, für welche Ensembles wir Schüler gemeinsam einsetzen können“, sagt Schönegger. Ein Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist das erfolgreiche Gitarrenduo „Saitenzauber“: Laura Duracher aus Anras (LMS Sillian) und Maria Girstmair aus Lienz (LMS Lienz) errangen in ihrer Kategorie den ersten Preis und qualifizierten sich für die Teilnahme am Bundeswettbewerb, der vom 28. Mai bis 10. Juni in Wien ausgetragen wird. Matteo Lanser (Trompete/Flügelhorn) erspielte einen ersten Preis und vertritt die Musikschule Sillian ebenso wie Luis Bürgler (Landessieger Horn) in Wien.
„Diese Wettbewerbe sind eine Möglichkeit, seinen eigenen Leistungsstand mit dem der anderen zu vergleichen“, meint Joe Mair, Leiter der Landesmusikschule Matrei-Iseltal. „Das sind wichtige Erfahrungen. Der Blick hinaus aus dem eigenen Bezirk ebnet dann auch jenen den Weg, die eine weitere Ausbildung und vielleicht sogar berufliche Zukunft in der Musik anstreben möchten.“
Die 30. Ausgabe des Tiroler Landeswettbewerbes dürfte übrigens die letzte gewesen sein, bei der 900 Teilnehmer auf der Bühne standen. Südtirol, das heuer 300 musikalische Talente nach Landeck entsandte, führt im nächsten Jahr nämlich einen eigenen Landesbewerb durch. Beim Bundeswettbewerb in Wien werden dann auch die Südtiroler Nachwuchstalente wie gewohnt teilnehmen.