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Eine Kapelle mit Geschichte

Der Seebodener Historiker Axel Huber bringt Kapelle in Dellach in Erinnerung, die von den Jesuiten als Zeichen des Triumphs nach dem Millstätter Bauernaufstand erbaut wurde und später noch einmal politischen Zwecken diente.

 

Nicht nur wegen der aktuellen Ausstellung im Stift ist der "Millstätter Bauernaufstand anno 1737" derzeit Thema in Millstatt. Der Seebodener Lokalhistoriker Axel Huber förderte ein interessantes Detail am Rande dieses historischen Ereignisses zutage: "In einem Kunsthandbuch Kärntens, stieß ich in einer knappen Erwähnung auf eine Barockkapelle in Dellach, die nach 1737 von den Jesuiten als Zeichen des Triumphes erbaut worden war." Diese Kapelle steht heute noch gut erhalten auf einem Privatgrundstück oberhalb der Millstätter Bundesstraße.

Bauernopfer

Ihre Bedeutung ist heute aber kaum jemandem bekannt. "Die Kapelle steht auf Grund, der der Familie Brugger gehörte. Ein Vorfahre dieser Bruggers war ein gewisser Georg Thomas, der mit Paul Zopf und Matthias Oberherzog aus Kaning für den Bauernaufstand verantwortlich gemacht und zum Tode durch Enthauptung verurteilt wurde. Sein Kopf musste als Warnung für andere Aufständische vor seinem Haus ausgestellt werden", erklärt Huber. Thomas und Oberherzog waren allerdings "Bauernopfer" des Paul Zopf, der sich zuvor als "kaiserlicher Kommissarius" ausgegeben und den Bauern vorgemacht hatte, der Aufstand sei von der Regierung gebilligt. Er selbst hatte es auf die Hauptkasse des Stifts abgesehen. "Robert Eisler hat die Akten des Aufstandes im Landesarchiv aufgearbeitet und viel über die Millstätter Geschichte geforscht. Seine Chronik hätte 1914 erscheinen sollen. Wegen des Ersten Weltkrieges kam es nicht mehr dazu. Es blieben nur die Druckfahnen, die sich später auch der Chronist Matthias Maierbrugger zunutze machte", sagt Axel Huber.

"Sieg des Rechtes"

Für den Seebodener, der seit Jahren rund um die Geschichte der Region recherchiert, ist interessant, dass die Kapelle 1932 noch einmal für politische Zwecke missbraucht wurde: "Obwohl damals für Soziales kein Geld da war, wurde die Kapelle von öffentlicher Hand restauriert." An der Macht waren die Christlichsozialen und man ließ über dem Eingang der Kapelle, früher genau an der Hauptstraße gelegen, folgenden Spruch aufmalen: "Erbaut zum Dank für den Sieg des Rechtes - erneuert zur Mahnung des späteren Geschlechtes." Huber: "Eine deutliche Warnung für alle, die damals schon gegen die Regierung Dollfuß putschen wollten, ihnen würde es ergehen wie den Bauern 200 Jahre zuvor."

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