Bei den österreichischen U18-Straßenlaufmeisterschaften in Attnang über eine Meile (1609 Meter) setzten zwei Nachwuchsläufer aus Oberkärnten ein starkes Ausrufezeichen. Sebastian Kofler aus Seeboden und Matteo Jost aus Hermagor bestimmten das Rennen von Beginn an und machten den Sieg unter sich aus. Am Ende hatte Kofler die Nase vorne und holte sich den Titel, Jost folgte knapp dahinter auf Rang zwei. Damit gingen Gold und Silber geschlossen nach Oberkärnten. Bereits bei den österreichischen Leichtathletik-Hallenstaatsmeisterschaften in Wien haben die beiden ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt und holten ebenfalls Goldmedaillen.
Starke Entwicklung auf der Mittelstrecke
Trotz seines jungen Alters zählt Kofler bereits zu den konstantesten heimischen Mittelstreckenläufern. Zum Laufsport kam der 16-Jährige zufällig: Ein ehemaliger Schwimmtrainer erkannte sein Talent und brachte ihn dazu, das Laufen auszuprobieren. Seither ist es für ihn mehr als nur Training geworden. „Für mich ist es einfach ein toller Sport. Ich mache es gern, es ist mein Hobby. Ohne Laufen würde ich mir ein Leben nicht mehr vorstellen können“, sagt er. Im Alltag kombiniert er Schule und Leistungssport. Er besucht das Borg Spittal, trainiert dort mehrmals pro Woche und absolviert zusätzlich Einheiten mit dem Leichtathletik Club (LC) Villach.
Vor Wettkämpfen achtet er bewusst auf seine Ernährung. Bei den Hallenmeisterschaften wurde er gleich zweimal österreichischer Meister und einmal Vize-Meister: über 800 Meter siegte er in den Klassen U18 und U20 und über 1500 Meter sicherte er sich den zweiten Platz in der Klasse U18. Kofler: „Damit habe ich nicht gerechnet, ich war nicht der Favorit.“ Umso größer war die Freude. Klar formuliert ist auch sein Ziel: die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen – dafür arbeitet er Schritt für Schritt auf die nötigen Limits hin.
Konsequenter Weg und klare Ziele
Auch der 16-jährige Grünburger Jost sorgt aktuell für starke Schlagzeilen in der österreichischen Leichtathletik. Bei den Staatsmeisterschaften lief der Nachwuchsathlet über 3000 Meter zu Gold in der U18-Wertung und sicherte sich zusätzlich Bronze in der U20-Klasse. Seit November geht Jost für den LC Villach an den Start – ein Schritt, der sich bereits bezahlt gemacht hat. Der Wechsel war für den ehrgeizigen Mittelstreckenläufer entscheidend, um sich sportlich weiterzuentwickeln. „Ohne diesen Schritt wäre ich in meiner Entwicklung wohl stehen geblieben“, sagt Jost. Seither arbeitet er gezielt an Lauftechnik, Taktik und Trainingsaufbau. Drei Einheiten pro Woche absolviert er in Villach, ergänzt durch individuelles Training im Gailtal.
Die nächsten Ziele sind bereits klar definiert: Der Schüler des Borg Hermagor hat das U20-EM-Limit über 3000 Meter im Visier. Neben sportlichem Ehrgeiz spielt das familiäre Umfeld eine zentrale Rolle. Seine Eltern Sigrid und Manfred begleiten ihn seit Jahren als wichtigste Stütze. Gleichzeitig achten sie darauf, dass bei aller Zielstrebigkeit auch das Jugendleben nicht zu kurz kommt. Schon jetzt steht für den jungen Athleten fest: „Nur gut zu sein, ist für mich zu wenig.“
Konsequent und zielstrebig
Trainiert werden beide Athleten beim LC Villach von Wolfgang Maurer. Der Coach sieht in beiden großes Potenzial und hebt neben den körperlichen Voraussetzungen vor allem den Ehrgeiz und die Disziplin hervor. „Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte – Kofler eher auf den kürzeren, Jost auf den längeren Distanzen – verbindet sie ein ähnlicher Zugang zum Sport: konsequent, zielstrebig und mit klaren Ambitionen“, sagt der Trainer. Mit ihrem bisherigen Weg und ihren Leistungen zählen beide zu den Nachwuchshoffnungen der heimischen Leichtathletik.