Für die Inszenierung von klassischen Theaterstücken im ausgeprägten Lavanttaler Dialekt ist die Theatergruppe „KampuZ“ seit vielen Jahren bekannt. Heuer steht sie mit einem Stück aus dem Jahr 1925 auf der Bühne: „Das Apostelspiel“ von Max Mell. Wobei „Bühne“ nicht ganz stimmt. „KampuZ“ bringt das Stück nämlich in fünf verschiedenen Kirchen im Lavanttal und in Klagenfurt zur Aufführung. Zur Premiere wird am 20. März um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Kamp geladen (weitere Termine siehe Infobox).

Mit Birgit Vallant, Werner Walzl, Ernst Vallant und Peter Steinbauer kommt das Stück mit vier Akteuren aus, wobei es sich um ein ernstes Stück mit biblischem Hintergrund handelt. Ein Schmäh hie und da darf natürlich nicht fehlen. Im Gegensatz zu sonst werden diesmal keine Karten verkauft, sondern es wird beim Eintritt um freiwillige Spenden gebeten. Im Anschluss an das 60-minütige Stück wird übrigens zur Agape mit Weißwein und Brot geladen.

Beim „Apostelspiel“ geht es um die junge Magdalen, die mit ihrem Großvater abgeschieden lebt. Das Lesen im Evangelium und das Gespräch darüber ist für sie ihr Lebensinhalt neben der Arbeit auf dem Bergbauernhof. Als eines Tages zwei Fremde vor der Tür stehen, die in räuberischer Absicht gekommen sind, hält Magdalen die beiden Männer für Apostel. Die „Apostel“ können ihren heiligen Rollen zwar nicht standhalten, sind aber überwältigt davon, was sie in ihrem Leben hätten sein können und ziehen unverrichteter Dinge wieder davon.

Parallelen zu heute

„Es bleibt ein etwas bitterer Nachgeschmack, wenn man das 100 Jahre alte Stück mit unserer Realität 2026 vergleicht: Wie viele Anläufe für eine friedliche Menschheit sind schon unternommen worden – und mit ebenso vielen Kriegen haben diese geendet, weil man sich missverstanden hat? Doch zeigt das Stück, dass jeder Mensch im Herzensinneren ,anfällig‘ sein kann für eine Heilsbotschaft“, erklärt Rudolf Vallant als Obmann der Theatergruppe, der wieder Regie führt. Er besorgt sich immer die Stücke im Original und arbeitet sie auf eine Dialekt-Version um. Der Originaltext bildet nur das Grundgerüst, am Ende kommt immer eine eigene Inszenierung heraus.

Entwickelt hat sich die Theatergruppe 1997 aus der Landjugend Kamp. Im Laufe der Jahre wurden aus Dorfjugendlichen Exilanten, deren Heimat- und Sprachgebundenheit jedoch so stark waren, dass sie beschlossen, weiterhin in Kamp und Umgebung in ihrer Freizeit Theater zu spielen. Im Laufe der Zeit gesellten sich Theaterspieler aus anderen Teilen Kärnten und aus der Steiermark dazu – und so kam die Theatergruppe auf den Namen „KampuZ“, was für „Kamp und Zugereiste“ steht. Aktuell zählt der Verein „KampuZ“, der 2003 gegründet wurde, rund 30 Mitglieder. Sie setzen sich für den Erhalt des Lavanttaler Dialekts und Brauchtums ein.