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Kärnten

Die Flüchtlinge zieht es von Kärnten nach Wien

Über 90 Prozent der anerkannten Flüchtlinge gehen nach Wien. Auch die Zahl der Asylwerber sinkt.

Diese Flüchtlingsunterkunft in Lendorf wird mit Ende April geschlossen werden
Diese Flüchtlingsunterkunft in Lendorf wird mit Ende April geschlossen werden © Stöflin
 

Genau vor einem Jahr gab es so viele Asylwerber wie noch nie in Kärnten: 5600 befanden sich in der Grundversorgung. Heime und Hallen waren voll. Heute nicht mehr. Mehr als tausend Menschen weniger als vor einem Jahr zählt das Flüchtlingsreferat. 4457 Asylwerber leben derzeit in Landes- und Bundesquartieren. Die meisten von ihnen kommen aus Afghanistan und Syrien. „Die Zahl sinkt leicht. Im Schnitt hatten wir in der letzten Zeit immer zwischen 4500 und 4600 Menschen in der Grundversorgung“, sagt der Leiter des Flüchtlingsreferats, Udo Puschnig.

Einige Heimbetreiber würden sich bereits überlegen, ob sie ihre Quartiere schließen sollten. „Wir bekommen wöchentlich Anfragen, ob wieder mehr Asylwerber da sind“, sagt Puschnig. Tatsächlich aufhören will derzeit aber nur ein Betreiber von einem der rund 170 Landesquartiere für Asylwerber. In Lendorf wird eine Unterkunft mit Ende April geschlossen, berichtet Puschnig.

Asylquartiere

Derzeit befinden sich in Kärnten 4457 Asylwerber. 4188 leben in Landesquartieren, 269 in Bundesquartieren. Laut Flüchtlingsreferat gibt es rund 170 Landesquartiere in Kärnten. Bundesquartiere wird es bald nur mehr vier geben. Zwei werden geschlossen.

Bei den Bundesquartieren sieht es anders aus. In Klagenfurt wird sowohl die Sirius- als auch die Baumaxhalle im Laufe des März nicht mehr als Asylunterkunft genutzt werden. Es gehe um die „Wahrung der Kosteneffizienz“ hieß es in einer Aussendung des Innenministeriums Anfang Februar. Wo die dort verbliebenen Asylwerber untergebracht werden, muss noch entschieden werden. Derzeit leben noch um die 150 Menschen in den beiden Hallen, die künftig als Lagerräume verwendet werden sollen. Wird jemand als Flüchtling anerkannt, hält es ihn meistens nicht in Kärnten.

Der Leiter des Flüchtlingsreferats schätzt, dass über 90 Prozent der Menschen mit Asylstatus nach Wien gehen. „Nicht wegen der Mindestsicherung. Die ist in Wien nicht viel höher. Viele hoffen, dass dort die Aussicht auf Arbeit größer ist. Leider erfüllt sich diese Hoffnung dann oft nicht“, sagt Puschnig.