Die Familienbeihilfe ist eine Leistung des Staates, die beinahe jede in Österreich lebende Person kennt und von der jährlich Millionen Familien profitieren. Bereits im Jahr 1955 wurde das erste Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG) erlassen und ein Textauszug aus dem Ausschussbericht zum FLAG beschreibt die Intention dieses Gesetzes auch in heutiger Zeit noch sehr treffend: "Der Ausgleich der finanziellen Mehrbelastung, die die Ernährung, Bekleidung, häusliche Unterbringung und Erziehung von Kindern verursacht, ist nicht nur eine Forderung der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche Existenznotwendigkeit."
Rückstau und lange Wartezeiten
Durch die Corona-Pandemie wurden im Jahr 2020 die sogenannten "Anspruchsüberprüfungsschreiben" (kurz: AÜS) zur Weitergewährung der Familienbeihilfe nicht versendet. Diese Maßnahme sollte zur Entlastung der Familien während der Covid-Krise beitragen.
Im Februar dieses Jahres wurden es für rund 233.000 Familien ernst, die Aufforderungen zur Überprüfung wurden verschickt, diesen haben bis Juli 205.000 Eltern Folge geleistet. Dieser Umstand führte zu einem Rückstau in der Bearbeitung und viele Familien mussten teils Monate auf die Auszahlung der Familienbeihilfe warten.
Familien, die ihren Lebensunterhalt ohnehin von einem geringen Einkommen und vorübergehend ohne Familienbeihilfe bestreiten müssen, kommen dadurch ordentlich in Bedrängnis.
"Wir wussten nicht, wie wir über die Runden kommen sollen"
Im Juli wandte sich Familie W. an "Kärntner in Not". Auch sie erhielt im Frühjahr ein "Anspruchsüberprüfungsschreiben", füllte dieses aus und retournierte es mit den notwendigen Unterlagen. Die Familie lebt von einem bescheidenen Einkommen, die Familienbeihilfe ist daher vor allem für die Aufwendungen des jugendlichen und in Ausbildung befindlichen Sohnes fix eingeplant. "Aufgrund der monatlichen Fixkosten und der fehlenden Familienbeihilfe, wussten wir lange Zeit nicht, wie wir über die Runden kommen sollen", sagt Herr W. Erst im September erhielt Familie W. dann den Bescheid des Finanzamtes und das Geld wurde ausbezahlt. "Kärntner in Not" konnte der Familie nach der Antragstellung rasch helfen und ihr somit den größten finanziellen Druck nehmen.
Hohe finanzielle Belastungen durch Schule und Lehre
Familie Z. wartet ebenfalls auf die Weitergewährung der Familienbeihilfe, wenn auch nicht so lange, traf es sie in im Zeitraum des Schulanfangs sehr hart. Eines der Kinder besucht die Schule und gerade am Anfang sind die Aufwendungen sehr hoch. Das zweite Kind absolviert eine Lehre und auch hierfür waren einige Anschaffungen dringend notwendig. Das fehlende Geld riss eine große Lücke in die Finanzplanung von Familie Z. Frau Z. hofft aber, dass der Bescheid nun bald zugestellt wird.