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Kärntner in Not„Notgroschen“ für die Opfer von Wind und Wetter

Unwetter, das 2003 Vorderberg verwüstete, machte klar, dass „Kärntner in Not“ auch bei Elementarereignissen wichtige Anlaufstelle ist. Geburtsstunde eines Katastrophenfonds, der mit bisher 976.723 Euro in den betroffenen Regionen half.

UNWETTER IN KAERNTEN/VORDERBERG
Als eine Mure in Vorderberg eine Verwüstung verursachte, war "Kärntner in Not" mit Katastrophenhilfe zur Stelle © (c) APA (WALTER FRITZ/BMLFW)
 

Am Freitag, dem 29. August 2003, blieben in der Gailtaler Gemeinde Vorderberg nach einem verheerenden Unwetter 50 meterhoch überschwemmte Häuser, unterbrochene Strom- und Telefonleitungen und ein zerstörtes „Paradies“ – den über viele Jahre künstlerisch gestalteten Grund des Künstlers Cornelius Kolig – zurück. Der damalige Landeshauptmann Jörg Haider versprach den Opfern rasche Hilfe, der auch private Spenden folgen sollten. 100.000 Euro, Erlös eines Aufrufs von „Kärntner in Not“, konnten am 5. Oktober bei einer Dankesfeier in Vorderberg überreicht werden. 35.000 Euro spendeten in nur wenigen Tagen Leser der Kleinen Zeitung, 45.000 Euro spendierte die Raiffeisenbank Kärnten. Und Jörg Haider steuerte 20.000 Euro bei. 10.000 Euro davon von seinem von Richi di Bernardo organisierten Golfturnier, das am Tag nach der Katastrophe stattgefunden hatte und dessen Erlös der Landeshauptmann unter dem Eindruck des Unwetters spontan verdoppelte. Das führte nicht nur dazu, dass Richi di Bernardo von da an zu den wichtigsten Spendensammlern von „Kärntner in Not“ wurde.

Vorderberg wurde zur Geburtsstunde eines Katastrophenfonds, der über viele Jahre mit 100.000 Euro für Spontanhilfen gefüllt war. Befürchtungen, dass man ihn mittelfristig wegen der sich abzeichnenden Folgen der Klimaerwärmung würde aufstocken müssen, bestätigten sich erstmals 2012. Tagelanger Starkregen durch ein Italien-Tief führte zu einem Hochwasser mit enormem Schaden in Lavamünd.

Als am 6. November Teile des Ortes evakuiert werden mussten, beschloss der Verein eine Soforthilfe, 100.000 Euro wurden noch am gleichen Tag auf ein Spendenkonto der Gemeinde überwiesen. Das Ehepaar Glock verdoppelte die Unterstützung mit 100.000 Euro, insgesamt flossen 233.023 Euro an die Hochwasseropfer.

Im September 2016 verwüstete eine Mure nach Starkregen Afritz. Wieder reagierte der Verein mit einer Soforthilfe von 100.000 Euro. Als im Dezember 2017 ein Föhnsturm wütete und eine Spur der Zerstörung hinter sich ließ, stellte „Kärntner in Not“ Soforthilfen von 60.000 Euro in Eisenkappel-Vellach und Ferlach zur Verfügung.

Das katastrophale Hochwasser in Kärntner Flüssen – einmal mehr gepaart mit enorm hohem Ausmaß an Sturmschäden – erschütterte im Oktober 2018 ganz Österreich. Sofort war „Kärntner in Not“ mit monetärer Hilfe zur Stelle: 200.000 Euro wurden an Spendenkonten überwiesen, die von Komitees verwaltet wurden, in denen auch „Kärntner in Not“ vertreten war. Direkthilfen von 33.000 Euro sowie 100.700 Euro gingen an einzelne Betroffene und an geschädigte Landwirte.

„Kärntner in Not“ analysiert seit der Gründung vor 20 Jahren kontinuierlich, wie sich die Anforderungen ändern. Dabei gibt es einen regen Austausch mit Landes- und Gemeindebehörden, die in konkrete Maßnahmen mündeten. Als starker Regen und Schneefall im November 2019 zu Katastrophenzuständen in ganz Kärnten führten und das Obere Mölltal durch Murenabgänge am stärksten betroffen war, ging „Kärntner in Not“ erstmals dazu über, Soforthilfen direkt an die Betroffenen auszuzahlen. Auf Initiative des Vereins wurde die Hilfsaktion mit den Hilfseinrichtungen Caritas und „Licht ins Dunkel“ sowie der „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ des Landes Kärnten abgestimmt und 150.000 Euro direkt an die betroffenen Familien bereitgestellt.

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