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Kärntner in NotCorona steckt viele Kärntner mit Armut an

Zu Hunderten Sozialfällen, die „Kärntner in Not“ alljährlich betreut, brauchen nun vermehrt Menschen Hilfe, die bisher abgesichert waren.

AMS Arbeitsmarktservice Landesgeschäftsstelle Klagenfurt Kärnten Februar 2019
Trotz AMS-Geld: Viele Menschen sind aus vermeintlich sicheren Verhältnissen abgestürzt © (c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)
 

Wie brutal die Corona-Krise vielen Menschen den Boden unter den Füßen wegzieht, zeigt ein „Kärntner in Not“-Fall: Ein junger Mann hat im Vorjahr eine Ausbildung als Lehrling begonnen. Dies war mit einer Förderung des Arbeitmarktservice gekoppelt, und zwar für Erwachsene, die eine Lehre beginnen. Noch im März hatte er ein zufriedenstellendes Nettogehalt. Damit konnte er sich eine Existenz aufbauen: neue Wohnung, ein Auto und als die Freundin schwanger wurde, war das Glück perfekt. Seit April ist alles anders: Er musste die Kündigung akzeptieren, in der Annahme, durch AMS-Geld abgesichert zu sein. Als Grundlage wurde aber nur die Lehrlingsentschädigung herangezogen: Das bedeutet nun lediglich 11,22 Euro am Tag. „Wovon soll ich jetzt meine Miete zahlen, die Leasingrate, Versicherungen? Meine Hoffnung hängt nun an Bewerbungsgesprächen“, ist der künftige Vater verzweifelt. Er hätte nicht gedacht, dass er so schnell einer Gruppe zugehörig sein würde, die – bedingt durch die Corona-Folgen – von Armut betroffen ist, wie es ein Spender jüngst beim Überweisen seiner Spende als Verwendungszweck angab.

Am Kontoauszug von "Kärntner in Not" stehen viele Corona-Zweckwidmungen, im März und April sind 30.422 Euro gespendet worden. „Kärntner in Not“ kann dank der überwältigenden Spendenbereitschaft aus dem Vorjahr vielfältig helfen. Im März und April wurden 125.040,90 Euro für Hilfesuchende ausgezahlt.

Alleinerzieherin verzweifelt

Die alleinerziehende Mutter von vier Kindern hat immer finanzielle Sorgen: Der höchste Betrag, der monatlich auf ihrem Konto eingeht, ist die Familienbeihilfe. Mit Mietzuschuss, Alimenten und ihrem Kinderbetreuungsgeld sind alle Fixkosten des ganz bescheidenen Aufwandes für den täglichen Bedarf knapp gedeckt. Für außertourliche Kosten und Anschaffungen ging die Frau einer geringfügigen Beschäftigung nach, so gelang es, über die Runden zu kommen. Doch dieser Job war plötzlich weg.

Großfamilie mit Geldsorgen

Wenn nach einer Geburt ein längerer Krankenhausaufenthalt folgt, ist jede Familie großen Belastungen ausgesetzt. Wenn zu Hause mehrere Geschwisterkinder warten, verstärkt sich die Situation. Der Vater ist Landwirt und hat sich länger als eingeplant alleine um die Kinder gekümmert. Die Geldsorgen hatte er durch einen Nebenjob im Griff, doch seit März waren diese Einnahmen durch die Corona-Krise versiegt. „Kärntner in Not“ hat der Großfamilie eine Soforthilfe zur Verfügung gestellt.Faktbox (bf04cb19)

Saisonarbeiter belastet

Im Winter gehen viele Bauarbeiter „stempeln“, mit der Aussicht auf einen vermeintlich abgesicherten Arbeitsplatz ist es jährliche Routine für die Betroffenen. Ein junger Mann, dem in der Winterpause knapp 200 Euro monatlich für die Grundbedürfnisse bleiben, war heuer nur wenige Wochen beschäftigt, dann kam der Baustopp. So kämpfte er wieder darum, dass das Konto für alle Zahlungsaufträge gedeckt ist und er nicht ins Minus schlittert. Ein Kredit belastet sein Haushaltsbudget sehr.

Vater bangt um Zukunft

Als selbstständiger Handelsvertreter war es bereits in den letzten Jahren schwer, monatlich genug Einkommen zu erwirtschaften. Doch ein Familienvater und Alleinverdiener hat hart gearbeitet, um seiner Familie eine sichere Zukunft zu bieten. Die Corona-Krise führte zum völligen Einbruch seiner Einnahmen. Plötzlich war die Familienbeihilfe der einzige Eingang am Konto. „Wie sollen wir die Fixkosten decken“, fragte seine Frau? Sie fasste den Mut und bat erstmals in ihrem Leben um Hilfe. Sie hat sich an „Kärntner in Not“ gewandt und eine Überbrückungshilfe bekommen.

Hilfszahlung wurde abgelehnt

Seit einigen Jahren „schupft“ ein Mann alleine einen kleinen Laden. Es ging sich gerade immer aus, er betreibt einen sehr bescheidenen Aufwand für das alltägliche Leben mit einer sehr günstigen Miete für seine Wohnung. Im Vorjahr hat er sämtlichen Überschuss in den Laden investiert. Das fiel ihm jetzt auf den Kopf, denn der Corona-Härtefonds verwehrte ihm mangels Gewinnen Hilfestellung. Den Laden musste er für einige  Wochen schließen. „Meine letzten Mieten (Geschäft und privat) habe ich noch zahlen können. Dann war meine Existenz akut bedroht“, schrieb er im Ansuchen an „Kärntner in Not“. Auch ihm wurde eine Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Jetzt hofft er auf den Aufschwung.

 

 

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