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Kärntner des TagesHannes Anton: Netzwerker, der sein Handwerk gelernt hat

Hannes Anton (53) ist seit 1. Juli Geschäftsführer des Burgenland-Tourismus. Seine ungewöhnliche Karriere hat der Kärntner als Schlosser begonnen.

Hannes Anton
Hannes Anton © KK/Privat
 

Wenn einem vom Chef „a blede Goschn“ attestiert wird, fördert das üblicherweise nicht die Karriere. Ausnahmen wie Hannes Anton bestätigen die Regel. Dessen besonderes Talent veranlasste 1996 den damaligen Villacher Brauereidirektor Johann Stockbauer, den jungen Schlosser in die Verkaufsabteilung zu versetzen. Netzwerken, wie man es heute nennt, lag dem Drautaler schon immer: „Nach meiner ersten Bierverkostung in einem Supermarkt hat der Geschäftsführer in der Brauerei angerufen und gebeten, dass man zukünftig nur noch mich hinschickt.“

Anton wurde Verkaufs- und später Marketingleiter von Villacher Bier, 2001 wechselte er als Geschäftsleiter der Schleppe-Brauerei nach Klagenfurt. „Das Thema Tourismus hat mich immer begleitet. Als Brauerei hat man viele Kunden in diesem Bereich, man unterstützt touristische Initiativen und entwickelt sie zum Teil mit“, erklärt Anton seinen nächsten Schritt auf der Karriereleiter. 2002 übernahm er die Leitung der neuen Eventmarketing-Abteilung der Kärnten Werbung. „Die Großveranstaltungen sollten dem Land das verschlafene Image nehmen. Das ist aufgegangen. Die Events haben für eine Aufbruchstimmung gesorgt.“

Auf zwei Veranstaltungen ist Anton besonders stolz: „Beim Harley-Treffen ist eine Abwanderung nach St. Tropez im Raum gestanden. Wir konnten es vertraglich am Faaker See fixieren.“ Zudem gelang es dem Netzwerker, 2003 das erste und einzige Mal „Wetten, dass“ nach Klagenfurt zu holen. Das war der Auftakt für eine ganze Reihe von Fernsehshows aus Kärnten. Nach zwei Jahren zog es Anton dennoch zurück in die Privatwirtschaft – er hatte genug von den politischen Interventionen. Dem Veranstaltungssektor blieb der Drautaler aber treu: als Event- und Marketingmanager des Casinos Velden.

Zur Person

Hannes Anton ist österreichweit vor allem durch seine früheren Auftritte in „Narrisch guat“ bekannt: „Ich werde noch immer darauf angesprochen.“ Zudem organisierte er zehn Jahre für den ORF die TV-Sendung „Narrisch guates Sommerkabarett“. Seine Karriere sieht er als Signal, „dass man auch mit einem Lehrberuf etwas erreichen kann“.

Heimspiel. Eine seiner ersten Dienstreisen führt Anton nach Kärnten. Von 1. bis 5. August macht der Burgenland-Tourismus mit einem großen Stand erstmals auf dem Villacher Kirchtag Station (Unterer Kirchenplatz).

Seine schlechten Erfahrungen mit der Politik hielten Anton nicht davon ab, es selbst zu versuchen. 2009 zog er als Quereinsteiger für das BZÖ in den Landtag ein und organisierte als Protokollchef des Landes Ehrungen, Empfänge und als Höhepunkt 2012 den Besuch des Dalai Lama. Im Herzen war Anton zu der Zeit schon ein halber Burgenländer: Im Casino Velden hatte er 2005 seine spätere Frau Alexandra aus Podersdorf am Neusiedler See kennengelernt. Als man dort 2015 einen Geschäftsführer für den Tourismus suchte, schickte der Kärntner ein Bewerbungsschreiben los und konnte sich gegen 38 Mitbewerber durchsetzen. Einen Umstand betont Anton extra: „Eingestellt hat mich nach einem Experten-Hearing ein ÖVP-Bürgermeister.“

Seine Erfolgsbilanz in Podersdorf (15 Prozent Plus bei Nächtigungen) und ein weiteres Experten-Hearing haben den Drautaler nun nach Eisenstadt befördert. Seit 1. Juli ist Anton Geschäftsführer des Burgenland-Tourismus, der für ihn viel Potenzial hat. „Mit der Natur, dem See, dem Radfahren, der Kultur, dem Wein und den Thermen ist das Burgenland eine Ganzjahresdestination in bester Lage“, sagt der Kärntner. Mentalitätsunterschiede ortet er keine, obwohl sich seine Mitarbeiter am Neusiedler See anfangs über ihn gewundert haben. „Ich pack an, wenn Not am Mann ist, stelle Bierbänke auf oder springe als Moderator ein. Und bei Bauvorhaben wie dem Veranstaltungszentrum im Casino oder später in Podersdorf, war es kein Nachteil, dass ich als Schlosser aus der Praxis komme.“

Stolzer Großvater

In der Öffentlichkeit kennt man Anton vor allem vom Fasching in Feistritz/Drau. 25 Jahre lang stand Anton dort mit Gerhard Löscher auf der Bühne. Der Kärntner ist fröhlich, aber nicht oberflächlich. „Es geht nicht immer aufwärts“, sagt Anton. 2007 starb seine Schwester im Alter von 41 Jahren an einer Krebserkrankung, 2009 erkrankte sein Sohn Hannes jun. an Krebs. Er konnte geheilt werden, ist jetzt in Berlin als Berater in der Luftfahrt tätig und hat Hannes sen. vor zwei Jahren zum stolzen Großvater gemacht.

Was macht ein Touristiker in der kargen Freizeit? „Spaziergänge mit meiner Frau und unserem Labrador Francesco.“ Und dann wäre da noch die eine oder andere Heimfahrt nach Kärnten, wie der 53-Jährige gesteht. „Mein Hauptwohnsitz ist Feffernitz. Ich will auf mein VL-Kennzeichen nicht verzichten.“

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