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Kärntnerin des Tages

Villacherin baut Brücken zwischen Ost und West

Die Kärntner Nationalratsabgeordnete Christine Muttonen wurde in Tiflis (Georgien) zur Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE gewählt.

© Zore
 

Gerechtigkeits-Fanatikerin war sie schon immer. Ab sofort hat die Kärntner Nationalratsabgeordnete Christine Muttonen (63) von der SPÖ Gelegenheit, auf höchster Ebene der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Denn sie wurde letzte Woche in Tiflis zur Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) gewählt. Dabei hat sie sich gegen zwei männliche Mitbewerber aus Georgien und Frankreich durchgesetzt.

Die ehemalige HTL-Lehrerin aus Villach will in ihrer neuen Funktion in erster Linie Brücken bauen zwischen Ost und West. Muttonen: „Wie man am Beispiel der Ukraine sieht, sind die Regierungen sehr oft in ihren Positionen festgefahren. Da kann man, so hoffe ich zumindest, auf parlamentarischer Ebene die eingefahrenen Geleise verlassen und zu neuen Lösungsansätzen kommen.“

Der Parlamentarischen Versammlung gehören derzeit 300 Abgeordnete aus 56 Nationen (auch USA und Kanada) an. Sie halten ihre Generalversammlung alljährlich in einem anderen Mitgliedsland ab. In der georgischen Hauptstadt Tiflis kam es vorige Woche zu Neuwahlen, aus denen Muttonen siegreich hervorgegangen ist. Die neue Präsidentin sieht es als vornehmste Aufgabe ihrer Organisation, die „demokratische Entwicklung in jungen Republiken durch Wahlbeobachtung zu unterstützen“. Obendrein will sie mithelfen, durch Untersuchungs-Kommissionen Menschenrechts-Verletzungen und innerstaatliche Konflikte aufzuarbeiten.

Start als Gemeinderätin

Christine Muttonen hat ihre politische Karriere 1997 als Villacher Gemeinderätin begonnen. Nach der Wahl im Jahr 1999 ist sie in den Nationalrat eingezogen, war bis 2009 Kultursprecherin der SPÖ-Fraktion und fungiert seit 2009 als außen- und europapolitische Sprecherin. Selbst sieht sie sich als Kosmopolitin. Den Grundstein für diese Eigenschaft hat sie schon während ihres Studiums (Geschichte und Anglistik in Wien) gelegt.

Um das Studium zu finanzieren, hat sie während der Sommermonate in Schweden als Hilfskrankenschwester gearbeitet. Seither ist sie dieser skandinavischen Sprache mächtig. Während des Studiums in Wien hat sie ihren Ehemann Pekka Muttonen aus Finnland kennengelernt, der heute eine Kinderarzt-Praxis in Villach betreibt. Der Ehe ist eine Tochter entsprungen, die ihre Eltern schon zwei Mal zu Oma und Opa gemacht hat.

In die Politik ist die Pädagogin Muttonen eingestiegen, weil sie im Bildungsbereich für Verbesserungen sorgen wollte. Gelungen ist das nur teilweise, weil auch sie feststellen musste, dass Politik zu einem Gutteil aus dem „Bohren harter Bretter“ besteht. Dabei fand sie stets den Rückhalt in der Familie, ohne den ein so starkes Engagement in der Öffentlichkeit der eigenen Einschätzung zufolge „gar nicht möglich“ wäre. Weitreichende Zukunftspläne verfolgt die Villacherin nicht. Sie möchte die nächsten zwei Jahre in ihrer hohen politischen Funktion möglichst erfolgreich absolvieren.

Urlaub in Kroatien

Den Urlaub verbringt die engagierte Politikerin, wie gerade jetzt, gerne in Kroatien. Sie ist während des ganzen Jahres viel unterwegs und zieht es daher vor, nur ein paar Stunden zu ihrem Ferienziel unterwegs zu sein. („Ich bleibe natürlich für meine Mitarbeiter immer erreichbar.“)

An den Gestaden des Mittelmeeres holt sie den während des Jahres aufgestauten Lesebedarf auf und liebt es, in den Fluten zu schnorcheln. In der kargen Freizeit während des Arbeitsjahres genießt Muttonen Theater- und Konzertbesuche. Am heimischen Herd findet man sie nur selten, weil sie sich nicht für eine begnadete Köchin hält.
Wenn gekocht wird, dann meistens im Wok, weil der gesund ist und keine lange Zubereitung braucht. Als Sport steht Joggen auf dem Programm, zu dem sich die Politikerin allerdings „regelmäßig zwingen“ muss.

Zur Person

Christine Muttonen wurde am 16. Juli 1954 in Leoben geboren, ist in Villach aufgewachsen und absolvierte in Wien ein Studium der Anglistik und Geschichte.

Die politische Karriere begann sie als Gemeinderätin von Villach, ehe sie in den Nationalrat wechselte, wo sie als außenpolitische Sprecherin fungiert.

ROBERT BENEDIKT

Kommentare (1)

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Zongher
1
5
Lesenswert?

Gratulation!

Das ist ein großes Amt für eine Kärntnerin!

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