Kärntner des Tages

Sein Ton macht die Musik

Alexander J. Eberhard ist Bratschist, Komponist und Soundelektroniker. Am Donnerstag wird bei den Wörthersee Classics sein neues Stück uraufgeführt.

Spannt seinen Bogen von Klassik bis Elektronik: Alexander J. Eberhard
Spannt seinen Bogen von Klassik bis Elektronik: Alexander J. Eberhard © KK/Kerber
 

Als Jugendlicher waren Christine Lavant und Thomas Bernhard seine Lieblingsautoren. Kein Wunder also, dass Alexander J. Eberhard das von ihm und seiner Frau Isabelle gegründete Quartett nach der Kärntner Dichterin benannt hat. Nun hat der gebürtige Wolfsberger auch das Gedicht „Über zehnfach“ von Lavant vertont: Am Donnerstag wird es bei den Wörthersee Classics uraufgeführt, und zwar von deren Intendantin Elena Denisova höchstpersönlich. Das Stück für Solovioline beschreibt Eberhard als „sehr leises und reduziertes Stück mit einem starken Bezug auf das Gedicht von Lavant, das sehr schwermütig ist“.

Aber der 44-Jährige, der Bratsche, Komposition und Elektroakustische Musik studiert hat, ist heuer überhaupt häufig in Kärnten zu Gast. Unter anderem wird beim Musikforum Viktring sein Stück „Capa“ für Viola, Klavier und Plattenspieler uraufgeführt. Denn der vierfache Vater ist nicht nur als Bratschist im klassischen Fach im Einsatz (etwa im Orchester der Seefestspiele Mörbisch), sondern macht auch viel elektronische Musik. In seinem Atelier in Wien lädt er alle zwei Monate zu Studiokonzerten unter dem Motto „On the Couch“, mehr als zwanzig hat es bereits gegeben. Und für seine Kompositionen wurde Eberhard mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gustav-Mahler-Kompositionspreis und dem Großen Staatsstipendium für Komposition. Derzeit plant er eine multimediale Oper über Christine Lavant und im Herbst erscheint eine Porträt-LP mit seinen Kompositionen.

Den Atem für die umfangreiche freiberufliche Tätigkeit holt er sich übrigens beim Laufen. Unter anderem hat er den zweitägigen Ötscher-Ultra-Bergmarathon absolviert.

MARIANNE FISCHER

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