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Hanno und Dagmar Millesi

Ärzte-Paar mit goldenen Händchen

Hanno und Dagmar Millesi sind Koryphäen auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie. Auch sonst ist ihr Leben sehr aufregend.

© Lobitzer
 

Wer Dagmar Millesis Aufmerksamkeit erregen will, braucht nur zu sagen: "An meinem Aussehen gibt's nichts zu verbessern!" Dann schaut die plastische Chirurgin ihr Gegenüber intensiv an und konstatiert: "Na ja, ich wüsste schon einiges."

Ihr Alter sagt die St. Veiterin nicht: "Wozu gibt es Schönheitsoperationen?" Dafür redet sie umso lebendiger über das Leben mit ihrem Ehemann, dem emeritierten Chirurgie-Professor Hanno Millesi, über ihre Arbeit in den Praxen in Wien und Pörtschach, über ihre Hobbys und Talente - und über Michael Grabner, dem sie ihre Eishockey-Leidenschaft verdankt: "Vor zwei Jahren nahmen mich Freunde in New York mit zum Match Islanders gegen Florida Panthers. Da ist mir ein wahnsinnig schneller Spieler aufgefallen. Der war aus Kärnten. Dass so ein junger Bursch in den USA Karriere macht, hat mich wirklich beeindruckt."

Millesi gegen Horten?

Während des NHL-Streiks spielte Grabner für Villach und sie sah weitere Spiele. Vor Kurzem dachte Millesi laut darüber nach, den VSV zu sponsern. Als Gegenspielerin von KAC-Gönnerin Heidi Horten? "So reich bin ich nicht", lacht sie. "aber vielleicht übernehme ich wieder ein Tagessponsoring. Oder finde andere Sponsoren. Oder mache Fundraising."

Wie wär's mit medizinischem Sponsoring, wenn ein Spieler den Puck oder einen Schläger ins Gesicht bekommen hat? "Das mache ich gerne!"

Doch zurück zu dem Power-Paar, das von Kärnten auszog, um die plastische rekonstruktive ästhetische Chirurgie weiterzubringen. Hanno Millesi hat Methoden entwickelt, gelähmte Arme, die vor seiner Zeit noch amputiert wurden, wieder zu aktivieren. In Führungspositionen beeinflusst er bis heute die Entwicklung seiner Disziplin in Kliniken und weltweiten wissenschaftlichen Vereinigungen. Hat er noch unerfüllte Wünsche? "Mein Lebenstraum ist wahr geworden. Jetzt fasse ich meine Erfahrungen in einem großen Werk zusammen, das vermutlich im nächsten Jahr erscheinen wird."

Auch das gehört zu den Schätzen, die die Millesis teilen. Gattin Dagmar: "Er bespricht schon mit mir, wie er Artikel gestalten soll. Ich bin seine erste Kritikerin."

Wann immer es geht, reisen sie zusammen. Sie begleitet ihn zu Kongressen, die er mit seiner Liebe zur Geschichte kombiniert. "Im Februar war ich in Chile, im Juli in Chicago. Ich nutze die Reisen, die ich machen muss, um Kulturstätten zu besuchen und vor Ort etwas dazuzulernen."

Und wenn die Workaholics wie heuer eine dreiwöchige Schiffsreise - Färöer, Island, Spitzbergen, Norwegen - machen, sitzen sie oft am PC, schreiben oder schauen sich Weiterbildungs-DVDs an. "Das macht ja Spaß", beteuert Dagmar Millesi.

Spaß bringt ihr auch ein Hobby, dem sie seit zehn Jahren nachgeht: Auftritte in der Wiener Staatsoper. Allein heuer stand sie bei zehn Aufführungen auf der Bühne: "Im 1. Akt als Bauernmädchen, im 2. Akt als leichtes Mädchen, im 3. Akt als Schmugglerin und im letzten Akt wieder als Bauernmädchen."

Wer fragt, ob der italienische Name "Millesi" etwas mit "tausend Ja" zu tun hat, erfährt eine hinreißende Geschichte aus der Geschichte. Hanno Millesi: "Meine Vorfahren aus Bergamo haben sich über Venedig in Villach niedergelassen. Da hießen wir Milesi mit einem ,l'. Im Adelsprädikat von Maria Theresia standen wir plötzlich mit zwei ,l'. Aber wenn sich eine Kaiserin verschreibt, dann heißt man eben anders."

"Schwimmreifen"

Der Villacher und die St. Veiterin sorgen dafür, dass der kaiserliche Schreibfehler präsent bleibt. Er mit Publikationen und Vorträgen, sie in TV-Serien wie "Ein Leben für die Schönheit". Sie kümmert sich weiter um die Brüste von Frauen (größer, kleiner, straffen) und Männern (fettabsaugen). Sie liftet faces, korrigiert Augenlider und Nasen, lässt die Luft aus "Schwimmreifen", entfernt Tränensäcke. Dazu hört sie Musik von Verdi und Mozart.

Ach ja, zwei Scottish-Terrier-Welpen hat sie auch noch. "Ich mag Menschen, aber ich liebe Tiere." Kein Wunder: An deren Aussehen gibt es nun wirklich nichts zu verbessern!

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