"Nichts ist spannender als die Zukunft!" Es mag wie ein Spruch von einem Kalenderblatt klingen, war für Georg Holzer aber mehr. Ob als Journalist – 14 Jahre davon für die Kleine Zeitung –, multimedialer Vernetzer und Gründer des Start-ups Xamoom: der Klagenfurter war den Trends stets einen Schritt voraus.

Am Montagabend verstarb er im Alter von 48 Jahren nach langem Kampf gegen seine schwere Krankheit.

Die Beharrlichkeit und der grenzenlose Optimismus, die er im Kampf gegen den Krebs an den Tag legte, waren ihm schon zuvor zum Markenzeichen geworden. Lange bevor das Wort Inseratenkorruption Eingang in den allgemeinen Wortschatz fand, ziselierte er das System der Kärntner Rechtspopulisten, die versuchten, mit Anzeigen Wohlsinn zu erkaufen, und legte so den Grundstein für einen Wandel des politischen Klimas im letzten Jahrzehnt. Für den Satz "Polit-Inserate sind Bomben auf die Demokratie" erntete er einst Kritik – mittlerweile hat ihm die Geschichte recht gegeben.

Mit dem Netzkulturpojekt pingeb.org rief er gemeinsam mit Bruno Hautzenberger eine virtuelle Bibliothek und Künstler-Plattform im öffentlichen Raum ins Leben, 2014 ging daraus das Start-up Xamoom hervor. Wie im Journalismus, wo er etwa 2004 mit dem Medienpreis des Landes Kärnten ausgezeichnet wurde, erntete er auch als Unternehmer und Innovator Anerkennung: etwa als Träger des Bank Austria Kunstpreises oder als futurezone Start-up des Jahres 2014. In den letzten Jahren wählte er das Medium Podcast, um gesellschaftliche Strömungen zu hinterfragen.

Der KAC-Fan, Teilzeit-Schwede und – immer wieder damit hadernder – MKV-Kartellbruder verstand es aber auch, als generöser Gastgeber unterschiedlichste Menschen an einen Tisch zu bringen und ihre Verbindung suchen zu lassen.

Das Mitgefühl der Redaktion gilt seiner Familie, insbesondere seiner Nichte Lena und seinem Neffen Paul, die ihm in den letzten Jahren Antrieb und Sonnenschein waren.