Umstrittene VerordnungDer neue 100er auf der Südautobahn kommt wieder weg

Ein vom Land in Auftrag gegebenes Gutachten zeigt, dass der neue 100er zwischen Griffen und St. Andrä nicht erforderlich ist. Verkehrsministerium gibt nun bekannt, dass der 100er wegkommt. Auch der "Luft-Hunderter" soll überdacht werden.

Der Protest zeigt Wirkung: Der 100er zwischen Griffen und St. Andrä soll wieder abgeschafft werden © Erich Varh
 

Unmittelbar nach dem Exklusivbericht der Kleinen Zeitung über ein Gegengutachten, das den umstrittenen neuen 100er auf der A 2 zwischen Griffen und St. Andrä für "nicht erforderlich" erklärt, reagiert nun auch das zuständige Bundesministerium. Verkehrsminister Norbert Hofer spricht von einer Lösung: "Es ist niemandem zu erklären, warum man auf einer Strecke jahrzehntelang 130 km/h fahren darf und dann nach einer Generalsanierung plötzlich nur noch 100 km/h. Ich habe daher in dieser Woche der Asfinag den Auftrag gegeben, alle notwendigen Maßnahmen zu setzen, um hier wieder das alte Tempolimit von 130 km/h verordnen zu können."

Die ÖVP Kärnten, die das zweite Gutachten in Auftrag gegeben hatte, freut sich über den Erfolg: "Es freut mich für Kärnten und insbesondere das Lavanttal, dass der Bundesminister eingesehen hat, was für jeden, der auf dieser Strecke fährt, seit Wochen klar ist", sagt Parteiobmann und Landesrat Martin Gruber, der sich bereits im Juli mit einem Protestbrief an das Ministerium gewendet und seine Bedenken hinsichtlich der völlig unverständlichen Tempo-Reduktion geäußert hat. Das vom vom Land Kärnten beauftragte Gutachten untermauert klar: Es gibt keine fachlichen Gründe für die Tempo-Reduktion. "Die Verantwortlichen im Ministerium und bei der Asfinag mussten nun offensichtlich ihre Entscheidung aufgrund unserer Argumente überdenken."

In diesem Zusammenhang hält es Hofer für unerlässlich, bei den Parametern anzusetzen. Die Grundlagen für Infrastrukturplanung sind in den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) festgeschrieben. "In manchen Bereichen brauchen wir hier dringend eine Modernisierung. Die Fahrzeuge werden sicherer - diesem Umstand müssen sich auch diese Richtlinien anpassen", sagt Hofer. Dann könne es erst gar nicht zu einer Situation wie jener auf der A2 zwischen Griffen und St. Andrä kommen.

Aus für "Luft-Hunderter"?

Der Verkehrsminister ersucht das Land Kärnten, nun auch den rund drei Kilometer langen "Luft-Hunderter" zwischen Klagenfurt-Ost und Klagenfurt-Flughafen zu überdenken. Die positiven Effekte durch diese Maßnahme auf die Luftgüte seien de facto nicht messbar. "Unser Ziel muss es sein, den Verkehr so flüssig wie möglich zu halten - ohne dauerndes Bremsen und Beschleunigen."

Dieser Aussage widerspricht Umweltlandesrätin Sara Schaar (SPÖ): "Die Geschwindigkeitsbeschränkung ist eine der wesentlichen Maßnahmen, um die EU-Grenzwerte insbesondere im Bereich der Stickoxide, einhalten zu können. Aktuelle Messergebnisse zeigen, dass die Maßnahme wirkt und der EU-Grenzwert in dem Bereich unterschritten wird.“ Der 100er dort wurde nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft verordnet und sei nicht mit jenem in Griffen vergleichbar.

Kommentare (4)

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pesosope
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Auf der Autobahn von Graz nach Slowenien war die ganze Ferienzeit der IGL100er aktiviert, aber die Daten haben nie ein Feinstaubproblem ausgegeben

Also, welcher Schlaukopf hat dies angeordnet und welcher Schlaukopf setzt sich permanent über das Gesetz hinweg und behindert den Verkehrsfluss?

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checker43
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Und

wie sah es beim Stickoxid aus? Wie sähe es ohne 100er aus?

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lexbalexba
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Luftgüte

Mein Auto verbraucht bei 100 km/h 4,5 Liter und bei 130 km/h 5,6 Liter. Nachdem ich keine Stunde für die Durchfahrt dieser Strecke benötige sollen andere diese 1,1 Liter Treibstoff inhalieren!
Übrigens ist der Gummiabrieb und somit die Mikrokunststoffbelastung eh auch zu vernachlässigen!

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walterkaernten
9
39
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AUTOBAHN

1.
Gut dass nun die entscheidung für 130 da ist.
Jene die 100 kmh beschränkung fälschlicherweise verordnet haben MÜSSEN für die entstandenen kosten zur verantwortung herangezogen werden.

2.
IGL 100.
Wenn so ist, dass eine verminderung nicht messbar ist, dann SOFORT in ganz ÖSTERREICH weglassen.

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