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Erste KonsequenzenGedenken in Bleiburg heuer ohne Bier und „Souvenirs“

Veranstalterverein distanziert sich von faschistischen Umtrieben. Partisanen und Studenten wollen gegen Gedenken auf dem Loibacher Feld demonstrieren.

Bleiburg-Schals mit kroatischen Landesfarben und andere „Souvenirs“ – das soll es heuer nicht mehr geben © Katz-Logar
 

Hinter den Kulissen laufen bereits die Vorbereitungen für das Treffen. Am Dienstag haben sich Polizei, Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt, Cobra und erstmals auch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) zu einer Lagebesprechung getroffen. Einsatzdetails sollen geheim bleiben. Fest steht, dass zur Überwachung des seit 1952 stattfindenden Gedenkens so viele Einsatzkräfte auf das Loibacher Feld nach Bleiburg geschickt werden, wie noch nie zuvor.

Für zusätzliche Brisanz dürften zwei angemeldete Demonstrationen sorgen. Der „Verband der Kärntner Partisanen“ und die Österreichische Hochschülerschaft wollen gegen das Treffen protestieren. „Wir müssen achten, dass jeder sein Recht bekommt. Die Sicherheit von Teilnehmern und Demonstranten hat Priorität“, sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio.

Von den faschistischen Umtrieben der Veranstaltung distanziert sich auch der Veranstalter selbst. „Es hat zwei unschöne Vorfälle gegeben, die immer wieder mit uns in Zusammenhang gebracht werden. Wir haben damit nichts zu tun und verurteilen das“, sagt Thomas Baumgärtner (64) vom Verein „Bleiburger Ehrenzug“. Laut dem gebürtigen Kroaten, der in Ulm lebt und dessen Onkel seit Kriegsende 1945 als verschollen gilt, handle es sich bei der Veranstaltung um kein „Ustascha-Treffen“, sondern um ein „Gedenken für alle Gefallenen des Massakers von Bleiburg, egal ob Zivilisten oder Soldaten“. Das Ustascha-Regime wird als faschistische bzw. totalitäre Bewegung eingestuft und nutzt das Gedenken für Auftritte. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Symbole der Bewegung gesichtet, die in Österreich nicht unter das Verbotsgesetz fallen. 

Auch deshalb wird es heuer Änderungen beim rund vier Stunden langen Gedenken geben. Zelte und der Ausschank von Getränken wurden ebenso untersagt wie der Verkauf von Devotionalien. „Wir hoffen, dass wir so gewisse Sachen unterbinden können“, sagt Baumgärtner. Beim Treffen im Vorjahr hat der 64-Jährige auch jenen Kroaten gesehen, der Donnerstag wegen Wiederbetätigung in Klagenfurt vor Gericht steht. „Ich habe ihn des Feldes verwiesen“, sagt Baumgärtner.

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