Das Sturmtief „Vaia“ hatte sich am 28. Oktober 2018 im Trentino entwickelt und auch in Osttirol und im Mölltal noch eine solche Stärke, dass bis heute seine Auswirkungen an den kahlen Hängen sichtbar sind. Denn nachdem zahlreiche Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen waren, nisteten sich Borkenkäfer ein. Eine Massenvermehrung der Schädlinge war die Folge. Mittlerweile geht die Käferpopulation zurück und die Aufforstungsarbeiten werden in Angriff genommen.

Fokus auf den Schutzwald

Diese Woche fand in Rangersdorf eine Sitzung statt, um die weiteren Schritte zu besprechen. Wilfried Klaus und Florian Achamer von der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie Christian Dullnig von der Forstaufsicht betonten die Wichtigkeit der Aufräum- und Aufforstungsarbeiten nach dem Borkenkäferbefall. Besonders der betroffene Schutzwald über Straßen, Gehöften und betroffenen Ortsteilen wird nun in einem Förderprogramm, das bis 2032 läuft, gemeinsam in Angriff genommen.

Mehrere Personen an einem Tisch
Sitzung in Rangersdorf © Willi Pleschberger

„In der Gemeinde Rangersdorf sind vier Projektflächen beim Tresdorferbach, Rangersdorferbach und im Bereich Jösen-Lobersberg ausgewählt und in das Förderprogramm aufgenommen worden“, sagt Bürgermeister Franz Kerschbaumer. Besonders lobt er die Zusammenarbeit mit Möllverband, der Forstaufsicht und der Wildbach- und Lawinenverbauung, die zu einem Schulterschluss mit den betroffenen Gemeinden geführt hat.

Investition von acht Millionen Euro

Die gesamten Fördermaßnahmen im Projekt umfassen rund 1000 Hektar in zehn Gemeinden von Reißeck bis nach Heiligenblut. Allein von Stall bis Heiligenblut werden heuer 100 Hektar bepflanzt und rekultiviert. Die Aufforstungskosten, die sich auf circa 8000 Euro pro Hektar belaufen, werden zu 90 Prozent von den Förderungsgebern getragen, 10 Prozent stemmen die Grundeigentümer selbst.

„Auch die Dokumentation und die Evaluierung der getätigten nachhaltigen Investitionen ist uns wichtig. So werden gewisse Kontrollflächen eingezäunt, wo man die unterschiedliche Entwicklung mit und ohne Einfluss des Wildes ablesen kann“, erklärt Christian Dullnig das Monitoring des Projekts.

Die sieben Förderungswerber zeigten sich nach Vertragsunterzeichnung sehr zufrieden. „Die alternativen Kosten der Hangsicherung ohne Instandsetzung des Objektschutzwaldes wären um das X-Fache teurer und brächten nicht die geforderte Sicherheit“, sind sich alle Beteiligten einig.