Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte vor Wochen Kärntens SPÖ-Chef Daniel Fellner, als er klar sagte, dass er sich über einen Gegenkandidaten für Andreas Babler beim Bundesparteitag freuen würde. Für Fellner ist es eine demokratiepolitische Grundhaltung. Gleiches sagte er im Vorjahr auch im Vorfeld des Kärntner Parteitages, als er selbst für den Landesparteivorsitz zur Wahl stand - und dann mit Wolfgang Rami einen Gegenkandidaten bekam.

„Tun uns mit Streichung nichts Gutes“

Mit dem Nicht-Antreten von Christian Kern steht Babler am Samstag beim Bundesparteitag in Wien als einziger Kandidat zur Wahl. Seine große Aufgabe muss es sein, die Klüfte in der Partei wieder zu schließen, die Unzufriedenen zu überzeugen. Unter den bundesweit 623 Delegierten sind 40 Kärntner. Wieder gibt es von Fellner - und auch vom neuen Parteigeschäftsführer David Pototschnig - eine klare Ansage. Sie sichern Babler die „volle Unterstützung“ zu.

Eine interne Kärntner Abstimmung im Vorfeld des Parteitages gab es nicht, „es ist ja eine geheime Wahl“, so Pototschnig. Aus der Kärntner Parteizentrale gibt es ein Plädoyer, Babler zu wählen. „Wenn es nur einen Kandidaten gibt, dann steht man hinter diesem“, spricht Pototschnig Klartext. „Wir würden uns mit einer Streichung nichts Gutes tun.“ Der Parteimanager ist überzeugt, dass die Kärntner Delegierten „zum großen, großen Teil Babler wählen werden“. Und danach? Die Umfragewerte der Partei sind desaströs. „Das können wir nicht wegleugnen. Wir müssen daran arbeiten, dass es wieder besser wird.“

SPÖ-Landesgeschäftsführer David Pototschnig
SPÖ-Landesgeschäftsführer David Pototschnig © KLZ / Petra Mörth

Wer unter den 40 Kärntner Delegierten ist? Vertreter der Bezirke, Parteiorganisationen, aus Landtag, Bundesrat und Nationalrat. Der scheidende LH Peter Kaiser ist vom Bezirk Klagenfurt nominiert, Daniel Fellner ist als SPÖ-Chef fix dabei, für Pototschnig ist es eine absolute Premiere, für Landesrat Peter Reichmann ebenso. Nach Wien fahren auch Klubobmann Herwig Seiser, Erster Landtagspräsident Andreas Scherwitzl, Parlaments-Klubchef Philip Kucher, St. Veits Bürgermeister Martin Kulmer, AK-Chef Günther Goach, Villachs Stadtchef Günther Albel, Abgeordnete Manuela Lobnik, Sara Schaar oder Frauenvorsitzende Petra Oberrauner.

Startschuss für Wahlkampf

Und dann? Nach dem Parteitag ist vor dem „kleinen“ Parteitag. Für Kärnten ist für den 25. April in St. Veit die Kärnten-Konferenz mit über 200 Delegierten fixiert. Fellner ist dann als Landeshauptmann bereits gewählt - und hat vor seiner Partei den ersten großen Auftritt mit umfassender Rede. Die Veranstaltung wird zum Startschuss für die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Feber 2027. Die Werbelinie dafür wird bereits präsentiert.