USA, China, UAEAlle zieht es im Sommer zum Mars - wer schafft es?

Die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und China zieht es zum Mars: Gleich drei neue Missionen starten im Sommer. Nasa lässt Rover von Drohne begleiten, China will es erstmals zum Roten Planeten schaffen.

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"Perseverance", der Mars-Rover der Nasa, bei einem Test in einem Labor in Pasadena, Kalifornien, im Dezember 2019
"Perseverance", der Mars-Rover der Nasa, bei einem Test in einem Labor in Pasadena, Kalifornien, im Dezember 2019 © Nasa
 

Seine mittlere Temperatur liegt zwar nur bei frostigen minus 55 Grad Celsius, trotzdem verspricht der heurige Sommer für den Mars ein heißer zu werden. Gleich drei neue Missionen starten noch in diesem Jahr in Richtung des Roten Planeten – alle sind auf ihre Art Hasardunternehmen.

Da ist einerseits ein neuer Nasa-Rover, der am 20. Juli mit einer Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf seinen Weg gebracht werden soll: "Perseverance" (Englisch für "Beharrlichkeit") hat längst ein eigenes Twitter-Profil und ist nicht gerade ein Sonderangebot: Der rund 2,5 Milliarden Dollar teure Roboter wurde über acht Jahre unter dem Arbeitstitel "Mars 2020" entworfen und gebaut. Landen soll er im Februar 2021 im noch nicht erkundeten Jezero-Krater, einem ausgetrockneten See auf der Mars-Nordhalbkugel. "Perseverance" wäre bereits der fünfte Rover, den die USA zum Erdnachbarn bringen würden. Revolutionäre Erkenntnisse sind zwar nicht zu erwarten, dafür will man die Vorrangstellung bei Marsflügen untermauern. Untersucht werden die frühere Bewohnbarkeit des Planeten und seine geologische Geschichte.



Spannend ist: "Perseverance" werde Proben von Steinen und Erdboden sammeln und einpacken, die dann von einer zukünftigen Mission zur Erde zurückgebracht werden, erläutert Lori Glaze, Direktorin des Bereichs Planetenforschung bei der Nasa. Viele Forscher hätten sich Proben der eisbedeckten Polregionen gewünscht, um Resten einstigen Lebens auf die Spur zu kommen. An Bord des Mars-Rovers sollen Experimente durchgeführt werden, um herauszufinden, ob man aus der dünnen und extrem CO2-lastigen Mars-Luft auch Sauerstoff gewinnen könnte. Daraus ließe sich Treibstoff herstellen, ohne den ein Rückflugticket zur Erde kaum zu lösen wäre. Das, freilich, ist noch viel fernere Zukunftsmusik.



Der Mars-Rover soll von einer speziellen Drohne begleitet werden, die ihn in einer Höhe von bis zu zehn Metern eskortiert: "Wir werden einen Hubschrauber in einer anderen Welt fliegen sehen. Das gab es noch in der Geschichte der Menschheit", jubelt Nasa-Chef Jim Bridenstine. Auf unserer Erde wird man live dabei sein: Ein schwebender "Himmelskran" soll "Perseverance" aus zwölf Meter Höhe sanft auf die staubige Marsoberfläche abseilen – begleitet von Bildern im Livestream.
Das Selbstvertrauen der Weltraumnation USA scheint derzeit jedenfalls gestärkt: Erst am 30. Mai gelang das erste Mal seit neun Jahren und dem Ende des Space-Shuttle-Programms der Transfer von zwei US-Astronauten von amerikanischem Boden aus und mit einer US-Rakete in das All: SpaceX und Nasa brachten Douglas Hurley und Robert Behnken zur Internationalen Raumstation (ISS).



Nicht unbedingt für Raumflüge stehen bislang die Vereinigten Arabischen Emirate: Trotzdem soll die Raumsonde "al-Amal" (Deutsch: "Hoffnung", siehe kleines Bild) zwischen 14. Juli und 13. August mit einer H-IIA-Trägerrakete vom japanischen Tanegashima Space Center gestartet werden. Offiziell sollen über die Jahreszeiten hinweg Atmosphäre und Klima des Mars untersucht werden. Das Projekt steht aber auch für Prestige und den Beweis, dass man mit Hunderten Millionen Erdöl-Dollars aus dem goldenen Säckel von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum Projekte weit fliegen kann. Dass der Marssatellit am 2. Dezember 2021 den Roten Planeten erreichen soll: kein Zufall. An diesem Tag feiert die Föderation den 50. Jahrestag ihrer Gründung.

Und dann sind da die Chinesen, die noch eine Rechnung offenhaben: "Tianwen-1" ("Himmelsfrage 1") ist der zweite Versuch, den Mars – seine Entfernung schwankt zwischen 55 und 227 Millionen Kilometern – mit einem Rover zu erreichen. Der Start ist für Juli oder August vorgesehen, das Projekt ist ehrgeizig: Ein eigenes Modul soll den Roboter landen, ein Satellit den Planeten über Jahre umkreisen.

Viel Himmelszirkus um unseren Nachbarn im All!

Kommentare (1)
Flogerl
1
1
Lesenswert?

Mars ? Wozu ?

Wenn wir besser auf unsere gute alte Erde schauen würden, bräuchten wir derartigen Hirngespinsten wie Marsflüge etc. nicht weiter nachverfolgen und könnten das Geld weit sinnvoller einsetzen.