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Arabisch im Weltall Raumschiff bringt Verstärkung zur ISS

Mit Hazza al-Mansouri ist am Mittwoch der erste Raumfahrer der Vereinigten Arabischen Emirate für einen kurzen Aufenthalt zum Außenposten der Menschheit gestartet

Hazza al-Mansouri, Oleg Skripotschka und Jessica Meir © NASA
 

Auf der Internationalen Raumstation ISS wird in den nächsten Tagen auch Arabisch gesprochen: Mit Hazza al-Mansouri ist am Mittwoch der erste Raumfahrer der Vereinigten Arabischen Emirate für einen kurzen Aufenthalt zum Außenposten der Menschheit gestartet. Die Sojus-Rakete hob planmäßig vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte.

Rund sechs Stunden später dockte die Sojus-Kapsel an der ISS in etwa 400 Kilometern Höhe an, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA per Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte. Mit an Bord waren der russische Kosmonaut Oleg Skripotschka und die US-Amerikanerin Jessica Meir.

Auf der ISS arbeiten derzeit drei Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener. Mit der neuen Besatzung dürfte es dann enger werden im Außenposten der Menschheit. 2009 hielten sich dort aber einmal kurzzeitig sogar 13 Menschen auf. Al-Mansouri bleibt allerdings nur acht Tage im Weltall. Am 3. Oktober wird er mit zwei weiteren Raumfahrern wieder auf der Erde erwartet.

Forschungseinsatz

Der 35 Jahre alte Hassa al-Mansouri begann seine Karriere bei der emiratischen Luftwaffe als Pilot in F16-Kampfflugzeugen und trainierte unter anderem mit Piloten der USA und anderer NATO-Staaten. Nach 14 Jahren bei der Luftwaffe wechselte er in das Raumfahrt-Programm. Während seiner acht Tage an Bord der ISS soll er an Forschungseinsätzen teilnehmen, Experimente durchführen und seinen Kollegen auf der Erde eine Tour der Raumstation auf Arabisch geben.

In seinem zehn Kilogramm schweren Gepäck hat Al-Mansouri einem Bericht der emiratischen Zeitung "The National" zufolge unter anderem die Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate sowie ein Foto von deren Gründervater, Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan. Mit dabei hat er außerdem landestypische Speisen, die den weiteren Astronauten der ISS als Teil eines Kulturaustauschs serviert werden sollen. Dazu kommen Materialien für wissenschaftliche Experimente.

"Unbeschreibliches Gefühl"

Aus seiner Aufregung vor dem Start in Richtung ISS machte Al-Mansouri kein Geheimnis. Er empfinde ein "unbeschreibliches Gefühl von Ehre und Ehrfurcht", schrieb Al-Mansouri bei Twitter. "Heute trage ich die Träume und den Ehrgeiz meines Landes zu einer völlig neuen Dimension." Er bat um göttlichen Beistand für die Mission und unterzeichnete den Tweet mit "euer Bruder Hassa al-Mansouri".

Mit dem Start des Sojus-Raumschiffes MS-15 ging zugleich eine Ära vorerst zu Ende. Von der historischen Rampe startete Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ins All. Der Startplatz soll nun modernisiert werden, damit von dort aus künftig neuere Raketen abheben können. Bis 2023 will Roskosmos eigenen Angaben zufolge die Rampe umbauen. Der Weltraumbahnhof wird in dieser Zeit aber nicht geschlossen: Er verfügt über einen weiteren Startplatz.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind bei dieser Millionen-Investition Partner. Das Land beteiligt sich Roskosmos zufolge neben Russland und Kasachstan an den Kosten von 87 Millionen US-Dollar (79,07 Mio. Euro). Russland will künftig anderen Ländern anbieten, von Baikonur aus ins All abzuheben. Außerdem sollen zwei Rampen mehr Sicherheit geben, falls eine ausfallen sollte.

In der Vergangenheit gab es immer wieder die Befürchtung, dass der legendäre Startplatz Nr. 1, der auch "Gagarin-Start" genannt wird, geschlossen werden könnte. Von dort war am 2. Oktober 1991 auch der "Austronaut" Franz Viehböck zur damaligen russischen Raumstation Mir aufgebrochen. 1957 hoben dort auch die erste Interkontinentalrakete R-7 und der erste Satellit "Sputnik-1" ab.

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