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LufthansaGeld zurück gibt es nur gegen Selfie mit Pass

Seit einigen Wochen verlangt die Lufthansa von Passagieren für die Bearbeitung eines Entschädigungsanspruchs durch Fairplane ein Selfie mit Pass, wie das Unternehmen berichtet.

Sujetbild © m.mphoto - stock.adobe.com
 

Die Lufthansa verlangt von Passagieren seit Kurzem zusätzliche Unterlagen für die Bearbeitung von Entschädigungen für Flugausfälle bzw. -verzögerungen (nach EU-VO 261/2004) durch FairPlane.

Es handelt sich dabei um eine detailliert beschriebene Fotoaufnahme: „Damit wir die Zahlung zu Händen des berechtigten Empfängers anweisen können, bitten wir Sie, uns einen Nachweis der Anspruchsinhaberschaft in Form eines Fotos jedes Reisenden einzureichen, auf welchem dessen Gesicht neben seinem Ausweisdokument (mit geschwärzter Ausweisnummer) zu erkennen ist", heißt es in einem Brief der Lufthansa an FairPlane.

Bei FairPlane stößt diese neue Richtlinie auf Unverständnis. Schließlich würden deren Vertragsanwälte eine unterschriebene Vollmacht und die Reiseunterlagen mit dem Namen des Passagiers an die Fluglinie schicken, wie es vom Unternehmen in einer Aussendung heißt. Nun verlange Lufthansa aber eine beidseitige Kopie des Reisepasses und sogar ein Selfie/Foto, auf dem das Gesicht des Passagiers neben seinem Ausweis zu sehen ist. „Hier hat wohl die Rechtsabteilung mit der Social Media Abteilung fusioniert“, schmunzelt Andreas Sernetz, FairPlane Geschäftsführer, trotz des ernsten Hintergrundes.

"Reinste Schikane"

Für Luftrechtsexperten und FairPlane-Unternehmenssprecher Ronald Schmid ist diese Vorgehensweise "die reinste Schikane". "Ich habe schon vieles bei Luftfahrtunternehmen erlebt, aber ein Foto des Passagiers mit seinem Pass in Händen, wo auch noch die Nummer geschwärzt ist, schlägt dem Fass den Boden aus. Auch halte ich es für bedenklich, diese Daten per E-Mail abzufragen."

Er sieht darin eine bewusste Verzögerung bei der Bearbeitung von Ausgleichsansprüchen und eine unnötige Hürde für Passagiere.

 

 

Kommentare (8)

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scionescio
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Wie sonst sollte die Airline feststellen, ob der Antragsteller auch tatsächlich der Berechtigte ist?

FairPlan verbreitet da wohl nur Panik aus Sorge um ihr Geschäftsmodell - ich wurde bisher 2x anstandslos entschädigt und sehe keinen Grund für durchschnittlich intelligente Passagiere, die entgeltlichen Dienste von FairPlane in Anspruch zu nehmen.

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elkekb
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Gute Erfahrungen mit Lufthansa

Wir hatten kürzlich einen Vorfall mit Entschädigungsanspruch. Den Passus hatte ich zunächst gar nicht verstanden, bis - ahhhh - ein Foto mit dem Pass in der Hand!!! Das Foto war aber nur dann notwendig, wenn man die Boardkarte nicht mehr hatte. Ansonsten reichte der Ausweis (beidseitiges Foto). Die Entschädigung wurde dann ohne große Umstände und sehr rasch überwiesen, nachdem ich mit der freundlichen Mitarbeiterin kurz kommunizierte. Daumen hoch!

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paulrandig
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Und was macht da jemand...

...wie mein Vater, der weder Mailaccount noch Smartphone hat?
Der darf mit einer traditionellen Kamera ein Selfie machen, die Bilder entwickeln lassen, eins davon in einen Umschlag stecken und frankiert einschicken?

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Gotti1958
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Paul

Er ist DEIN Vater, wo liegt das Problem?

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paulrandig
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Gotti1958

Das Problem ist, dass er in einer ganz anderen Stadt lebt und ich ihn zwar gerne und regelmäßig besuche, aber halt auch nicht dauernd. Er ist bald 80 und stolz darauf, völlig selbstständig und fit zu leben und alle seine Angelegenheiten selbst zu regeln. Über unsere hysterische Übertechnisierung und ausgefuchste Pingeligkeit heutzutage verdreht er aber doch öfter einmal die Augen.

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elkekb
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Er wird...

wohl jemanden finden, der ihm hilft. Hoffentlich....

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paulrandig
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elkekb

Genau das ist das Lästige: Wie kommt jemand dazu, dauernd andere zu Hilfe zu holen, nur weil sich irgendeine Institution einen derartigen Volltopfen ausdenkt für ein Procedere, das ohnehin bereits ausgearbeitet und reglementiert ist?
Ich selbst würde übrigens nicht jemand anderen meinen Reisepass detailliert abfotografieren lassen.

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elkekb
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Ein bissl..

Nachbarschaftshilfe wird ja wohl für niemanden zuviel sein... In unserer Nachbarschaft wird das gelebt. Wenn jemand ein Problem mit dem "neumodernen Zeugs" hat, helfen die jüngeren Bewohner gerne aus.

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