Klimaneutral bis 2060?Plötzlich übt sich Putin in grünen Versprechen

"Russland strebt CO2-Neutralität seiner Wirtschaft nicht später als bis 2060 an", sagt Staatschef Putin. Umweltschützer sind skeptisch und warnen vor Plänen, die dem Export, nicht jedoch dem Klima nützen.

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© (c) EPA (ALEXEY NIKOLSKY)
 

Wladimir Putin kann doch noch überraschen. "Der Schutz des Klimas ist die Aufgabe aller, der gesamten Menschheit": Russlands Staatschef, der bislang den Einfluss der Industrie auf den Klimawandel massiv bezweifelte, macht sich für internationale Zusammenarbeit beim Kampf gegen Emissionen stark. "Russland strebt CO2-Neutralität seiner Wirtschaft nicht später als bis 2060 an", sagte Putin auf einer Energietagung in Moskau. Kurz darauf ordnete er den Bau von drei Gezeitenkraftwerken zur Wasserstoffproduktion an.

Schon ist in Moskau von "grüner Perestroika" die Rede. Eine andere Antwort auf den Klimawandel als die Reduktion der Treibhausgase habe Mensch nicht erfunden, sagt Vizepremier Andrei Beloussowder Zeitung "Kommersant". Kremlnahe Quellen versichern der Agentur Bloomberg, das Klima sei nun eine wichtige Agenda Putins. Beobachter vermuten, man werde auf dem Glasgower Klimagipfel dem Westen eine Angleichung der Ausstoßmessungen vorschlagen, zudem die Anerkennung der Atomkraft als Alternativenergie. Beloussow redet davon, Pipelines wie Nord Stream 2 künftig für Wasserstoffexporte zu verwenden.

Kommentare (3)
Patriot
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2060? Da hat der Klimawandel gerade den x-ten Kipppunkt hinter sich.

Und in New York steht das Wasser 2m hoch!

mahue
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Manfred Hütter: typisch Putin

Bis 2060 lachhaft, da ist er schon weit vorher eventuell Geschichte, also nicht mehr sein Problem, weil in 49 Jahren. Aber auch 2050 ist zu spät wie es andere Regierungen planen (39 Jahre). Lange Verschnaufpause für die Weltwirtschaft, da werden uns neue Ereignisse überholen und wissenschaftliche Erkenntnisse.

mahue
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Manfred Hütter: Entschuldigung

Natürlich 39 Jahre und 29 Jahre, auch noch zu lange!!!