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CoronavirusBedenken gegen Zulassung von "Sputnik V" in Ungarn

Ein Professor, der aus dem Expertengremium austrat, habe seine Arbeit offenbar im Frust als überflüssig erklärt.

© APA (AFP)
 

Die zügig erfolgte Notzulassung eines russischen Impfstoffs durch die Arzneimittelbehörde OGYEI hat in Ungarn Bedenken auf den Plan gerufen, berichteten mehrere Medien. Das in der Dokumentation der klinischen Versuche beschriebene Mittel stimme mit dem zur Auslieferung bestimmten Präparat Sputnik V nicht vollständig überein, schrieb etwa die Budapester Tageszeitung "Nepszava" (Mittwoch).

Das oppositionelle Blatt berief sich auf ungenannte Experten, die die Behörde im Genehmigungsverfahren als externe Gutachter beigezogen hatte. Der Professor, der aus dem Expertengremium austrat, habe seine Arbeit als überflüssig erklärt. Seine konkreten Besorgnisse habe er auf Nachfrage nicht bekannt gegeben. Die Behörde nahm zu den Vorwürfen nicht Stellung.

Große Verwunderung bei Experten

Das Portal "444.hu" hatte am Dienstag geschrieben, externe Experten, die OGYEI zur Mitarbeit rekrutiert hatte, hätten eine weitere Zusammenarbeit abgelehnt. Sie hatten der ungarischen Behörde nahegelegt, den russischen Impfstoff nicht zu genehmigen, da wichtige Daten fehlten und Dokumente widersprüchlich seien. Deswegen herrschte große Verwunderung bei den Experten, dass OGYEI eine so schnelle die Genehmigung erteilte.

OGYEI-Direktor Matyas Szentivanyi hatte im Interview mit "Magyar Hirlap" zugegeben, dass es bei der Untersuchung der Dokumente des russischen Impfstoffes Probleme geben hätte, wie etwa beim Untersuchungsergebnis Phase-III, das später nachgereicht wurde. Szentivanyi beklagte auch politische Angriffe auf seine Institution, lobte gleichzeitig aber auch die Schnelligkeit des Studiums der Dokumente in Rekordzeit von guten zwei Monaten, anstelle der üblichen 210 Tage.

Der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban hatte in den vergangenen Tagen die Europäische Union (EU) mehrfach dafür kritisiert, dass sie die Anschaffung westlicher Impfstoffe im Namen der Mitgliedsländer schlecht vorbereitet habe und es deshalb zu wenig Impfstoff gebe. Zugleich übte Orban politischen Druck auf die Behörden seines Landes aus, russischen und chinesischen Impfstoffen die Notzulassung zu erteilen.

Am vergangenen Freitag hatte Ungarn als erstes EU-Land mit Russland den Ankauf von zwei Millionen Dosen des Präparats Sputnik V vereinbart. Die ungarische Behörde OGyEI hatte dem Impfstoff zwei Tage zuvor die Notzulassung erteilt. Allerdings muss noch ein zweites Amt, das Zentrum für Nationale Volksgesundheit (NNK), seine Zustimmung geben, damit Sputnik V in Ungarn verabreicht werden kann.


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Kommentare (1)
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griesbocha
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Kurzes Gedankenspiel zu Sputnik:

Es wäre fatal eine Bevölkerung mit einem Wirkstoff durchzuimpfen, der tatsächlich vielleicht nur zu 50% -60% wirksam ist,
Weil dann eine Herdenimmunität nicht mehr erreicht wird,
müsste die ganze Bevölkerung am Ende noch einmal mit einem wirksameren Impfstoff durchgeimpft werden...