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Niedrige TodesrateExperte Fidler: "Haben wunderbare Ergebnisse erzielt"

Laut dem Public-Health-Experten Armin Fidler hat Österreich in der Coronakrise "etwas hinbekommen, das im internationalen Vergleich fast einzigartig dasteht". Fidler bezog sich in seinen Ausführungen insbesondere auf die Covid-19-Todesrate, die eine der besten der Welt sei.

Mit Stand 25.05.2020 sind weltweit 345.442 Menschen an Covid-19 verstorben. © (c) AP (Pavel Golovkin)
 

"Mit 71 Toten pro einer Million Einwohner sind wir um 30 Prozent besser dran als Deutschland", stellte er fest.

Dabei werde Deutschland international für seinen Umgang mit der Coronakrise gepriesen, sagte Fidler am Montag bei einem Pressegespräch in Bregenz. Was passieren könne, wenn Maßnahmen nicht oder zu spät gesetzt werden, zeige sich in Ländern wie Italien, Spanien oder Großbritannien. In den USA werde ausgerechnet am "Memorial Day" die Marke von 100.000 Toten überschritten werden, so der Experte. "Einer amerikanischen Studie zufolge hätte man sich in den USA 36.000 Tote erspart, wenn man mit den Maßnahmen eine Woche früher begonnen hätte", so Fidler.

Ein ausschlaggebender Grund für den Erfolg in Österreich sei gewesen, dass die Bevölkerung eine "unglaubliche Disziplin" an den Tag gelegt habe. In Wien sei in der ersten Woche nach dem Lockdown die soziale Mobilität auf drei Prozent heruntergefahren worden. Das sei - gemeinsam mit Madrid - der weltweit beste Wert gewesen. "Anfang April wurde die Infektionskurve dann flach", sagte Fidler, der die Vorarlberger Landesregierung in der Coronakrise berät.

Armin Fidler Foto © (c) Felicitas Matern/Wikipedia

In anderen Ländern habe man andere Vorgehensweisen versucht. So sei etwa das Sozialleben in Schweden "viel liberaler" gehandhabt worden. Nun gebe es dort fünf Mal so viele Tote wie in Österreich, und auch die Wirtschaft sei in keiner besseren Ausgangsposition. In Großbritannien habe man auf die Herdenimmunität gesetzt, aber keine Chance gehabt, die dafür notwendige Durchseuchung von 60 Prozent auf natürlichem Weg zu erreichen. In Spanien mit katastrophalen Zuständen liege die Durchseuchungsrate bei 15 Prozent.

Fidler wollte aber keinesfalls den Besserwisser spielen: "Niemand hat gewusst, welches der richtige Weg ist." Mit manchen Maßnahmen sei man sicher übers Ziel hinausgeschossen, man dürfe aber auch nicht vergessen, "dass wir nach wie vor täglich Neues über das Coronavirus lernen".

Martina Rüscher appelliert an die Bevölkerung die Hygieneregeln weiter einzuhalten

Vorarlbergs Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) appellierte an die Bürger, sich weiter die Hände zu waschen, Abstand zu halten sowie einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Sie zeigte sich optimistisch, auf diese Weise die Zahl der Infizierten klein halten zu können - in Vorarlberg waren am Montag noch 16 Personen an Covid-19 erkrankt. Blieben die Zahlen niedrig, könne man die Lockerungen beibehalten und weitere Schritte setzen, sagte Rüscher. Andernfalls "müssen wir reagieren", stellte sie fest. Wie gut Vorarlberg bisher durch die Coronakrise gekommen sei, verdeutlichte sie anhand der zu Beginn der Krise errechneten Zahlen. Damals ging das Worst-Case-Szenario für Vorarlberg für Anfang Mai von 967 Covid-19-Patienten in den Spitälern aus, davon 248 auf den Intensivstationen und 183 an Beatmungsmaschinen. Tatsächlich gibt es aktuell keinen Coronavirus-Patienten in Vorarlbergs Krankenhäusern.

Als aktuell größte Risikobereiche sah Fidler Partygeschehen und Feste, aber etwa auch Kirchenbesuche sowie Hochzeiten und Begräbnisse. "Besondere Infektionsgefahr besteht überall da, wo viele Menschen zusammenkommen und gemeinsam singen bzw. sprechen", so Fidler. Aktuell gebe es weltweit 105 Projekte, in denen an einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht werde. "Aber sicher ist es nicht, dass wir in absehbarer Zeit einen bekommen", sagte der Experte.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

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Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (10)
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AVK8KN5GRTIE3PDJ
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Rücksichtslos

und jetzt wieder zur Realität:

„....und viele Arbeitslose sowie Insolvenzen und Privatkonkurse verursachte...“
Wenn ich so etwas lese was leider in Coronazeiten öfters bei den Kommentaren stand, frage ich mich ob diese Schreiber keine Eltern oder Großeltern haben die sie lieben.
Es sieht so aus, als ob sie lieber ihren Opa opfern um einen Konkurs zu verhindern.
Ich bin froh in einer Familie zu Leben die mein Leben nicht opfert wegen Arbeitslosigkeit ,Insolvenz,Privatkonkurs.
Kommt es zu finanziellen Problem hilft als erstes die Familie und wenn nötig der Sozialstaat.Ein Risikopatient

unfassbar
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Vielleicht

kapieren es nun auch endlich die Realitätsverweigerer, die Ewigkritisierer und Ewigjammerer, dass sie sich glücklich schätzen können, in diesem Land leben zu dürfen...!

halelale
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Müsste der Artikel nicht als Anzeige markiert werden,

nach dem man ja nun weiß, dass die geschmacklosen Todeszahlenvergleiche, gerade mit Schweden, durch die Regierung gezielt gestreut werden.

CIAO
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ist das

Conorar eine neue Sportliche Disziplin?
Wer schneller auf oder zumacht, wer weniger Intensivbetten braucht, wo es weniger Tote gibt...

scionescio
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Der ebenfalls Public Health Experte Sprenger sieht das eine Spur differenzierter - aber deshalb ist er ja nicht mehr in der Expertenkommission (einfach Addendum, trockene Straße und Schneeketten googeln) ...

... warum vergleicht uns Herr Fidler nicht mit der Slowakei - die haben nur 5Tote auf eine Million Einwohner (sind also 14x besser als wir)? Warum vergleicht er Schweden nicht mit Spanien oder Belgien - die haben trotz Lockdown viel mehr Tote als Schweden?
Einfach nur billige Meinungsmache für Kurz Fanboys - aber irgendwann werden auch die vom rechten Glauben abfallen ... Langzeitsarbeitslosigkeit gehört angeblich zu den schlimmeren Erfahrungen, die man im Leben machen kann.

UVermutung
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Naja...

Die Slowakei hatte Österreich als Puffer zu Italien und die Mobilität (Tourismus) ist, besonders im Winter deutlich geringer. Spanien war deutlich zu spät dran. Die waren aber auch relativ früh damit konfrontiert. In Belgien wurde das Risiko relativ lange heruntergespielt und dann haben sie lange Mangel bei schutzausrüstung in den Pflegeheimen sowie beim testequipment gehabt. Jetzt haben sie eine der strengsten "corona-Regeln".
Alle informationen im internet leicht zu finden.
Auch wenn es (dir) weh tut: Österreich ist bisher gut unterwegs und wird auch gut rauskommen...

scionescio
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UVermutung: und welchen Puffer hatte Kärnten - liegt wohl am nächsten zu Italien und gehört zu den besten Bundesländern ...

... in Österreich waren wir natürlich früh dran (zB in Ischgl?) und wir waren bestens mit Schutzausrüstung versorgt - deshalb hat uns ja der Herr Kurz verkündet, dass Masken nichts bringen (weil er keine vorrätig hatte) und später die Maskenpflicht eingeführt, als er welche in China kaufen konnte ... plötzlich waren Masken sehr wichtig (sonst wäre man wieder auf den Masken sitzengeblieben - so wie seinerzeit bei der Vogelgrippe).
Nur im Internet zu lesen, reicht oft nicht - man sollte auch den Kontext einbeziehen und bei offensichtlichen Widersprüchen misstrauisch sein ...

berndhoedl
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man kann alles ins Positive drehen...

wenn man nur lange genug dreht....

Und jetzt spiel ich mal Nostradamus:

„Da wird wer sein (ist ja gegenwärtig) mit großen Lauschern, der eine Route ganz alleine schloss,
und später ein Virus ganz allein besiegte“

und jetzt wieder zur Realität:

„....und viele Arbeitslose sowie Insolvenzen und Privatkonkurse verursachte...“

UVermutung
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@Nostradamus hödl

"...Und es wird sich herausstellen dass die wirtschaftlichen Schäden viel geringer ausfallen, als in anderen Ländern mit weniger resoluten Massnahmen und weniger disziplinierter Bevölkerung..."

Isidor9
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Disco ,Disco

Ich kann mir vorstellen, was der Experte sagt, wenn man ihn fragt ,was er von einer Öffnung von Discotheken hält.