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Regierung muss handelnSalgado warnt vor "Völkermord" an Amazonas-Ureinwohnern

Der brasilianische Fotograf und Umweltaktivist Sebastião Salgado hat vor lebensbedrohlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Ureinwohner Brasiliens gewarnt. Sollte die brasilianische Regierung nicht mehr unternehmen, um die Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, werde es einen "Völkermord" an den Ureinwohnern geben, sagte Salgado der Nachrichtenagentur AFP.

Salgado kritisiert den rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro. © (c) AFP (INA FASSBENDER)
 

"Die Ureinwohner werden im Stich gelassen", kritisierte Salgado. "Da Goldgräber, Holzfäller, Bauern und religiöse Sekten in ihre Gebiete eindringen, besteht ein großes Risiko, dass das Coronavirus die indigene Bevölkerung infiziert", so der Fotograf. Die Gefahr einer "echten Katastrophe" sei sehr groß und die Bezeichnung "Völkermord" in diesem Zusammenhang keine Übertreibung. "So nenne ich es. Völkermord ist die Auslöschung einer ethnischen Gruppe und auch ihrer Kultur."

Seiner Ansicht nach führt die derzeitige Politik der brasilianischen Regierung zu einer solchen Katastrophe. Salgado kritisierte insbesondere den ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie. Dieser hatte die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als "kleine Grippe" bezeichnet und sich vehement gegen strenge Corona-Maßnahmen gewehrt. Bolsonaro agiere seit seinem Amtsantritt "hundertprozentig gegen die indigene Bevölkerung", sagte Salgado.

Mangelnde Infrastruktur in entlegenen Gebieten

Zudem habe das Land Brasilien keine ausreichende medizinische Infrastruktur für eine Notsituation, kritisierte Salgado weiter.

Wenn das Virus in den Wald gelangt, haben sie nicht die Mittel, um zu helfen. Die Entfernungen sind enorm und die Ressourcen sehr gering.

Der Fotograf sieht die Coronakrise zudem als ein "Produkt der Umweltzerstörung", die sich durch den Kontrast zwischen Stadt und Land manifestiere. "Wer in Paris lebt, lebt nicht in Frankreich, wer in Rio lebt, lebt nicht in Brasilien. Wir zerstören alles, um in der Stadt zu bleiben", betonte Salgado. Die Menschen seien zu "Außerirdischen" geworden, die in den Städten lebten, sagte er weiter.

Eine Anfang Mai von dem 76-jährigen Fotografen ins Leben gerufene Petition wird von Prominenten wie Brad Pitt, Paul McCartney und Madonna unterstützt. Bisher wurden bereits mehr als 261.000 Unterschriften gesammelt. In der Petition rief Salgado Bolsonaro dazu auf, "dringende Maßnahmen" zum Schutz der Amazonas-Ureinwohner zu ergreifen.

Dem rechtsradikalen Bolsonaro wird seit Langem vorgeworfen, Holzfäller und Bauern dazu zu ermutigen, in indigene Reservate einzudringen und die zu ihrem Schutz eingerichteten Institutionen zu zerschlagen.

Nach Angaben der brasilianischen Vereinigung indigener Völker ist das Coronavirus bereits in 40 indigene Gruppen vorgedrungen. Demnach wurden mehr als 530 Infektionen bestätigt, rund hundert Menschen starben an Covid-19. Schätzungen zufolge leben in Brasilien rund 800.000 Indigene in 300 ethnischen Gruppen.


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