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CoronakriseAngst in Österreich sinkt, Sehnsucht nach Normalität wächst

Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der Corona-Maßnahmen ab Mai ist aus Sicht der Meinungsforschung gerade zum richtigen Zeitpunkt gekommen: Der Wunsch nach Normalität bricht immer stärker durch und verdrängt zunehmend die Angst vor Ansteckung.

CORONAVIRUS: SITUATION AM BRUNNENMARKT IN WIEN
Der Wunsch nach Normalität bricht immer stärker durch und verdrängt zunehmend die Angst vor Ansteckung. © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Das ergab eine Gallup-Befragung mit 1.000 Teilnehmern, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. "Die Zustimmung der Bevölkerung zum Umgang der Regierung mit der Krise ist zwar nach wie vor hoch. Aber sie beginnt zu bröckeln - genauso wie die Bereitschaft, zum Wohl der Allgemeinheit auf Freiheitsrechte zu verzichten", analysierte Andrea Fronaschütz, Geschäftsführerin des Österreichischen Gallup Instituts. Das Unternehmen erhebt seit Mitte März wöchentlich die Stimmungslage in Österreich in der Coronakrise.

Den Daten zufolge hat derzeit nur mehr jeder Zweite Angst, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken (54 Prozent). Vor einem Monat hatten noch drei von vier Befragten (74 Prozent) diese Sorge geäußert. Die Zahl jener, die glauben, dass die Gefahr im Zusammenhang mit der Pandemie übertrieben wird, hat sich hingegen signifikant erhöht: von 20 Prozent Mitte März auf derzeit: 31 Prozent. Die Bereitschaft, für die Bekämpfung von Covid-19 vorübergehend persönliche Freiheitsrechte aufzugeben, ging von rund 95 Prozent Mitte des vergangenen Monats auf nunmehr 84 Prozent zurück.

78 Prozent der Befragten bescheinigen der Regierung, mit der Coronakrise richtig umzugehen. Ende März waren es noch 91 Prozent. "Das ist zwar ein nach wie vor hoher Wert. Aber wir registrieren eben auch, dass die Sehnsucht nach baldiger Rückkehr zur Normalität durchbricht", sagte Fronaschütz. 55 Prozent der Bevölkerung seien mit ihrem Leben "vor Corona" zufrieden gewesen und wünschen es sich jetzt zurück.

Isolierung, Eintönigkeit und Langeweile belasteten am stärksten Frauen, junge Menschen unter 30 und die über 50-Jährigen. Die verordnete "Entschleunigung" haben aber Frauen besser verkraftet als Männer (46 gegenüber 27 Prozent), haben die Meinungsforscher erhoben. "Digitale Geselligkeit" - wie Kontakthalten über soziale Medien, Spiele, Telefonieren - nahmen Junge schneller als Ersatz für persönliche Treffen an als Ältere.

Über die Aussichten für die kommenden fünf Jahre sind die Umfrageteilnehmer geteilter Meinung: 25 Prozent erwarten eine Veränderung zum Besseren, 36 Prozent keine Veränderung und 31 Prozent äußerten sich pessimistisch. 36 Prozent gaben an, an ihren Lebensgewohnheiten von vor der Coronakrise einiges ändern zu wollen.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

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Kommentare (9)
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fliegenpilz123
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Daumen runter

Dorsch das darf dich nicht wundern,es gibt einige die scharren in den Startlöchern um so bald als möglich die,"Sau rauszulassen"weil sie das Coronavirus als nichtig empfinden und provokant zeigen wollen wie recht sie doch haben.Vor diesen Mitmenschen hab ich Angst.Sie machen vielleicht alle Fortschritte wieder zunichte und man ist ihnen ausgeliefert .

MaBe
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Eigenes Bild machen

Dann wird ma ja noch die Möglichkeit bekommen, sich ein eigenes Bild am eigenen Körper vom besagten Virus machen zu machen können.

fliegenpilz123
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Hoffentlich

bleibt die Mehrheit wachsam und hält sich an die Hygienemassnahmen.Bei zunehmender Hitze wird es mit den Masken schwierig diese nicht anzufassen weil man darunter schwitzt.Sind wir jetzt vernünftig,Ausreisser gibts immer und Ignoranten leider sowieso,halten weiter Abstand und busseln nicht Jeden wieder ab vielleicht gibt es doch im Sommer eine wesentliche Entspannung die es uns erlaubt auch unmaskiert unter die Leute zu gehen

3WVUEBD92IC7M1K7
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Normalität

bedeutet auch, wieder zur Arbeit gehen bzw. wieder eine haben. Einkaufen ohne Maske, Freunde, wie in alten Zeiten, treffen, auch mal wieder Positives hören und lesen, Kinderlachen auf Spielplätzen, Gesichter nicht nur halb sehen in der Öffentlichkeit,.......

3WVUEBD92IC7M1K7
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An die roten Daumendrücker

Bitte erklärt mir warum ihr bei meinem und "MeinGraz" Kommentar rote Daumen drückt? Einfach aus Spaß an der Freud?

Mein Graz
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@Dorsch

Also die Masken stören mich am allerwenigsten. Freunde und Familie durfte man zu Hause ja eh treffen - wie man nachträglich erfahren hat, wenn man so wie ich den Fehler gemacht hat, das Gesetz nicht selbst zu lesen sondern den Aussagen der Politikern zu glauben.
Kinderlachen auf den Spielplätzen hat wirklich gefehlt, aber nicht nur dort, sondern generell in der Öffentlichkeit.

3WVUEBD92IC7M1K7
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Genau

Ob Masken stören oder nicht, ich denke einfach, dass die meisten mit Normalität das Verbinden, wie vorher das gesellschaftliche Leben war. Einfach a bisserl entspannter und mit positiveren Meldungen. Aber auch diese Zeit wird hoffentlich auch bald wieder kommen.

picciona1
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Sehnsucht nach Normalität wächst

wenn normalität bedeutet, weiter wie bisher: globalisierung, fluglärmterror, schnellerhöherweiter und raubbau an der natur zwecks gewinnmaximierung, dann hält sich meine sehnsucht in grenzen.
wenn normalität bedeutet weniger klorollen und babyelefanten dann ja.

erstdenkendannsprechen
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ich denke, die meisten wollen einfach so leben wie bisher:

billig in den urlaub (großes problem, wenn das nicht geht) und all die schönen sachen weiter konsumieren, ohne sich gedanken zu machen, was da alles dranhängt. zumindest in meinem umfeld.
normalität - wie auch immer sie ausschaut - kann man sich schon herbeiwünschen. allerdings kann man sich die realtität nicht wegwünschen, und wenn man noch so protestiert und herumschreit.
face it. je eher das passiert, umso eher kann man strategien entwickeln, wie man damit umgeht. und dann ist der aufgeschobene friseurbesuch nicht mehr das größte problem der welt.