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Wegen Corona-KriseSchokoladenhersteller sorgen sich ums Ostergeschäft

Online-Handel kann Ausfälle im Einzelhandel nicht vollständig kompensieren - Heindl: Verlieren heuer an die 2 Millionen Euro im Ostergeschäft.

© Karin & Uwe Annas - stock.adobe.
 

Schokolade hat in der Osterzeit gewöhnlich Hochkonjunktur - heuer kommt den Herstellern jedoch die Coronavirus-Krise in die Quere. Die Einschränkungen im Handel und im Tourismus sowie ausfallende Familienfeste dürften den Umsätzen zusetzen. Der Online-Handel kann die Ausfälle nicht vollständig kompensieren.

Das Geschäft, das über Einzelhändler wie Spar, Rewe & Co abgewickelt wird, laufe "wie gewohnt", sagte Walter Heindl vom gleichnamigen Unternehmen am Dienstag zur APA. Die eigenen Shops - beispielsweise im 1. Bezirk - seien jedoch in den vergangenen Wochen geschlossen gewesen. "Die Stadt ist leer, es gibt keine Touristen und die Leute halten sich an die Ausgangsbeschränkungen", so der Firmenchef. Es habe sich dementsprechend nicht ausgezahlt, aufzusperren. Seit Donnerstag seien aber rund 15 der 30 Geschäfte wieder offen. Die übrigen werde man "mit größter Sicherheit" wieder am 14. April aufsperren, so Heindl. Die Produktion stehe derzeit still, die Mitarbeiter seien in Kurzarbeit. Der Firmenchef hofft aber, dass die Produktion bald wieder hochgefahren werden kann.

Insgesamt laufe das Ostergeschäft heuer um rund zwei Drittel schlechter als normal. "Wir verlieren heuer an die 2 Millionen Euro im Ostergeschäft", so Heindl. Der verstärkt laufende Online-Handel könne den Schaden nicht wettmachen. Zwar habe sich dieser in den vergangenen Wochen verfünf- bzw. versechsfacht. Das reiche aber bei weitem nicht aus. "Der ganze Online-Handel macht nicht mal so viel Umsatz wie die schlechteste Filiale", sagte Heindl.

Beim Waffelhersteller Manner sind die derzeit geschlossenen Unternehmensshops ebenfalls spürbar. "Hier bricht uns ein wichtiger Umsatz weg, den wir über andere Kanäle nicht abfedern können," hieß es auf APA-Anfrage. Die Mitarbeiter der insgesamt 14 Manner-Shops seien derzeit in Kurzarbeit. Allerdings habe sich der Umsatz im Online-Shop heuer bereits um mehr als ein Drittel (38 Prozent) erhöht. Zudem sei Manner-Osterware auch bei den Einzelhändlern erhältlich und der Absatz über diese sei zur Zeit stabil. Die heurige Umsatzentwicklung könne man aber noch nicht genauer abschätzen.

Online-Shop eigens für Ostern

Positiv wird das Online-Geschäft auch beim Schwedenbomben-Hersteller Niemetz bewertet, der vom Schweizer Unternehmen Heidi Chocolat AG übernommen wurde. Die Firma hat eigens für das Ostergeschäft einen Online-Shop eingerichtet, um der Corona-Krise die Stirn bieten zu können. Dieser laufe gut, es gebe rund 100 Bestellungen pro Tag, obwohl der Shop erst Ende März eingerichtet worden sei, hieß es am Dienstag von einer Sprecherin des Unternehmens auf APA-Anfrage. Derzeit sei die Lieferung der Ware nur in Wien und Umgebung möglich, "aufgrund der sehr positiven Resonanz" werde aber überlegt, den Versand auf ganz Österreich auszuweiten. Die Geschäfte des Süßigkeiten-Produzenten blieben in den vergangenen Wochen geschlossen. Im Einzelhandel spüre man einen Rückgang beim Kauf von Schwedenbomben sowie beim Schwedenbomben-Eis, so die Sprecherin. Auch bei Niemetz hieß es aber, dass die Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung aktuell noch schwer einzuschätzen sei.

Auch der Österreich-Chef von Ritter Sport, Wolfgang Stöhr, will derzeit noch keine Prognosen in Zahlen geben. Wie sich das Geschäft tatsächlich entwickle, sei erst in den kommenden Wochen absehbar. Bemerken könne man aber bereits ein verändertes Kaufverhalten der Konsumenten. "Weniger Frequenzen, kürzere Verweildauer (in den Supermärkten, Anm.), keine privaten Osterfeste." Generell fehle auch der Impuls der Menschen, etwas mitzunehmen, dagegen werde nur das Nötigste gekauft, sagte Stöhr zur APA. Die Produktion in Deutschland laufe aber noch normal, Probleme mit Überbeständen oder mangelnden Aufträgen gebe es nicht


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Kommentare (1)

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Pelikan22
0
5
Lesenswert?

Sorge ums Geschäft?

Da jammern die Ärzte über Adipositas und erhöhte Zuckerwerte und all dies trage zur Coronakrise bei und dann wundert man sich.