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Hoffnung auf FrühlingHohe Temperaturen sollen Corona-Virus bremsen

Laut Berechnung von aus Österreich stammendem Software-Unternehmer in den USA.

© APA/HERBERT PFARRHOFER
 

SARS-CoV-2 könnte in seiner Aktivität temperaturabhängig sein. Nach entsprechenden ersten Berichten über eine höhere Infektionsrate bei winterlichen Temperaturen hat der aus Österreich stammende Software-Unternehmer Alex Bäcker (QLess/Pasadena/USA) entsprechende statistische Abschätzungen durchgeführt. Fazit: Hohe Temperaturen "bremsen" SARS-CoV-2 offenbar wirklich.

"Es gibt eine heftige Debatte über den Effekt der Temperaturen auf die Übertragungsraten bei SARS-CoV-2", schrieb Bäcker, der mit seinem Unternehmen zum Beispiel Termin-Buchungssysteme entwickelt, welche eine optimale Steuerung von Kundenbesuchen bei Unternehmen oder zum Beispiel Patientenbesuchen in Arztpraxen ermöglichen sollen.

Bereits zu Beginn der Covid-19-Epidemie hätten Wissenschafter des Massachusetts Institute of Technology (MIT) argumentiert, dass 90 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen in Regionen innerhalb einer Temperaturbandbreite zwischen drei und 17 Grad Celsius stattgefunden hätten. Dazu hätte die Luft auch vergleichsweise trocken sein müssen. Unter Temperaturen von mehr als 18 Grad Celsius und vergleichsweise feuchter Wetterlage sei es in China nur zu sechs Prozent der registrierten Ansteckungen mit dem Covid-19-Erreger gekommen.

Mehr Fälle unter zehn Grad

Andere Abschätzungen hingegen hätten eher gegen einen solchen Effekt der saisonal bedingten Wetterlagen gesprochen, weil ja schließlich auch Länder in Südamerika und in anderen Breiten von SARS-CoV-2 ergriffen wurden. Bäcker: "Um Licht in die Sache zu bringen, habe ich mir die Zahl der Covid-19-Fälle in einer ganzen Reihe von Ländern zum 20. März als Funktion der Temperatur und der jeweils in einem Staat am stärksten betroffenen Stadt angeschaut." Was herauskam war ein ziemlich eindeutiger Trend in Richtung immer weniger Orte mit mehr als 2.000 Covid-19-Fällen in Abhängigkeit der herrschenden Temperaturen: Mehr Fälle unter zehn Grad Celsius, weniger über zehn Grad Celsius.

Der Auslandsösterreicher und Softwarespezialist versuchte dann mit einer eigenen Berechnung einen etwaigen Zeitfaktor auszuschalten. Es hätte ja sein können, dass SARS-CoV-2 in wärmeren Regionen als in China, zum Beispiel in Brasilien oder Australien, einfach später "eintraf" und dort eben noch nicht genügend Fälle aufgetreten waren.

"Ich habe mir deshalb das Wachstum der Covid-19-Fälle ab dem ersten Tag mit mehr als hundert Erkrankungen an allen diesen Orten angesehen. Das Resultat war eine signifikant größere Wachstumskurve in Ländern mit niedrigeren Temperaturen", schrieb Bäcker.

Auch hier zeigte sich eine stark temperaturabhängige Verbreitungskurve von SARS-CoV-2. "Das konnte man nicht mehr als 'historischen Zufall' betrachten", zog der Software-Unternehmer seine Schlussfolgerungen und fügte hinzu: "Obwohl sich die Covid-19-Erreger offenbar in einem weiten Spektrum an Temperaturen verbreiten können (...), scheint es klar zu sein, dass höhere Temperaturen von 15 bis 30 Grad, die Wachstumsrate bei den Infektionen dämpfen." Das dürfte die These unterstützen, dass sich die SARS-CoV-2/Covid-19-Problematik mit wärmerer Jahreszeit zumindest abschwächen könnte.

Bäcker will seine Softwareprogramme auch einsetzen, um Warteschlangen und Menschenansammlungen zu vermeiden. Damit soll das "Social Distancing" unterstützt werden.


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Kommentare (12)

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jaenner61
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in der kleinen zeitung

war ein bericht einer austausch schülerin aus markt hartmannsdorf, die jetzt in australien ist. dort hat es jetzt um die 40 grad, aber das bremst das virus auch nicht. kann es sein, dass dich eure berichte widersprechen? 🤔

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RaraAvis
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@jaenner61

Muss man aber detaillierter betrachten: Sie wissen nicht, wie es in Australien wäre, wenn es dort nun Winter wäre. Und faktisch sind die Zahlen dort sehr gering im Vergleich zu uns.
Also könnte schon was dran sein.
Ich meine, dass die hohen Temperaturen eher dazu beitragen, dass Flächen schneller trocknen, wenn die Viren wo in nassen Filmen sind.

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volksmeinung2
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Dann wird

der Virus in Afrika verrecken, warum dann die Angst???

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RaraAvis
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@volksmeinung2

in Afrika sind die Fallzahlen auch bisher sehr gering (sofern man den Zahlen trauen kann).
Die afrikanische Bevölkerung ist aber im Durchschnitt sehr jung und wird von daher vielleicht weit weniger betroffen sein.

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gonde
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Blöderweise hält sich das Wetter nicht daran! Heute Schnee und für kommende Woche ist auch schon das nächste Schmuddelwetter angesagt.

.

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thebigcat
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Und wie erklärt man dann,

dass ausgerechnet in Schweden, wo vergleichsweise wenig eingedämmt wird, die Fallzahlen so gering sind? Die Wärme wird es vermutlich nicht sein.

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Think_simple
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Schweden

Nun, der Großraum Stockholm ist durchaus ein Hotspot, hier könnten demnächst strengere Regeln gelten. Und sonst hat das Land kaum mehr Einwohner als Österreich, aber ein Vielfaches seiner Fläche - somit auch von Natur aus weniger Kontakt der Menschen untereinander, auch ohne strenge Regeln.

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GordonKelz
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Zu hoffen, ist es !

Gordon

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zeus9020
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TJA,

sehr erhellend, wenn man die Zahlen infizierter Personen im neuerdings offenbar traditionell schneereich kalten Italien und Spanien mit jenen des tropisch warmen Österreichs vergleicht...

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marcneum
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@zeus

Anscheinend haben sie ihren Nutzernamen nicht sehr sorgfältig gewählt: Stellen Sie sich vor, in Griechenland liegt zur Zeit Schnee am Berg Olymp und das wo sie dieses Land normalerweise von ihrem 123Fly All-Inclusiveurlaub nur ganz sonnig und heiß kennen...

Ja es gibt auch in unserem südlichen Nachbarland Italien vier Jahreszeiten...

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longaway
2
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....Mehr Fälle unter zehn Grad......

.....auch in Italien und Spanien ist es im Winter kalt und oft unter 10 Grad...speziell im Norden von Italien, wo sich der Virus ja am schnellsten ausgebreitet hat...

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peter80
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nix neues

Es istz ja schon lange bekannt das Trocken den Virus abbremmst.. aber nur abbremst. Davor haben ja die Virologen wie drosten schon vor über einem Monat gewarnt das es ein leichte abbremmsung geben wird die aber sehr gefährlich ist weil es mit der kalten Abkühlung dann mit volle wucht um herbst wiederkommt. Desweg bitte nicht von der Abbremsung jetzt im Sommer täuschen lassen mit es geht weg, es verlangsamt sich nur Attypisch aber die verbreitung geht weiter

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