Es galt bisher als ein in Stein gemeißeltes Online-Gesetz, das nun vor der Aufhebung stehen könnte. Denn bei dem Internet-Riesen "Meta" wird derzeit emsig über das Nippelverbot diskutiert. Bisher gilt: Nippel von Männern – kein Problem! Nippel von Frauen – verboten!

Ungleiche Verhältnisse

Ein firmeneigenes Gremium hat nun jedoch vorgeschlagen, die Regelung zu kippen. Künftig sollen nackte Oberkörper aller Menschen gleichbehandelt werden. Dass Inhalte von Frauen auf sozialen Netzwerken bis dato entfernt werden, während Posts von Männern unantastbar bleiben, ist in den Augen des Kontrollrats diskriminierend.

Als Handlungsanweisung für Facebook und Instagram empfiehlt das Gremium, das 2018 als eine Art oberstes Gericht der Firma ins Leben gerufen wurde, die Regeln bezüglich Nacktheit so zu ändern, dass "sämtliche Menschen nach denselben Menschenrechtsstandards behandelt werden – ohne Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder Gender".

Künstliche Intelligenz ist verwirrt

Hintergrund der Forderung ist eine Zensur von zwei Posts eines amerikanischen Paars, das sich als trans und non-binär – also weder männlich noch weiblich – identifiziert. Die Beiträge wurden von anderen Benutzern gemeldet, eine Künstliche-Intelligenz-Software überprüfte die Fotos und sperrte sie anschließend. Bei Beiträgen von Mitgliedern der LGBTQ+-Community hat die Software immer wieder Probleme, denn das Verbot von Nippeln basiert bisher auf dem binären Geschlechtersystem. Oft kann die künstliche Intelligenz kein klares "Geschlecht" erkennen. Dies führt im Meta-Unternehmen zu Diskussionen über die generelle Sinnhaftigkeit des jahrelangen Verbots.

"Das Vorgehen basiert auf einer binären Sicht der Geschlechter und einer Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Körpern. Die Restriktionen und Ausnahmen für weibliche Nippel sind umfangreich und verwirrend. Zusätzlich schafft dieser Ansatz Unklarheiten, wie die Regeln für intergeschlechtliche Personen, Non-binäre und Transmenschen anzuwenden sind", so das Gremium.