In einem Interview mit der "NZZ" warnt der Chef des Agrarkonzerns Syngenta Erik Fyrwald (62) vor einer weltweiten Ernährungskrise. Covid-19, Wetterextreme, Dürren und der Ukraine-Krieg würden die Situation an globalen Lebensmittelmärkten verschärfen. In der Schweiz sieht Fyrwald das mittel- bis langfristige Problem, dass Bauern einen großen Teil ihrer Ernte verlieren würden, da gewisse Pflanzenschutzmittel verboten wurden. Bei einem Referendum im letzten Jahr entschieden sich die Schweizer gegen ein Verbot synthetischer Pestizide

Insbesondere Bioprodukte seien schlecht für die Erträge, auch für ärmere Länder: "Die indirekte Folge ist, dass Menschen in Afrika hungern, weil wir immer mehr Bioprodukte essen. Das kann niemand ernsthaft wollen. Die Leute sollen biologisch produzierte Produkte kaufen dürfen, wenn sie dies wollen, aber die Regierungen sollten darauf pochen, dass die Ertragsverluste nicht derart groß sind", so der Syngenta-Chef. Zudem wäre Bio auch schlecht für das Klima und den Bodenverbrauch. Das Ziel der EU-Länder, bis 2030 25 Prozent der Agrarflächen biologisch zu bewirtschaften, solle man "kritisch prüfen". 

Erik Fyrwald
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In Österreich erfreut sich die Biolandwirtschaft immer größerer Beliebtheit. Besonders während der Coronakrise hat ihr Anteil stark zugenommen.