Nach SeilbahnunglückFamilienstreit um sechsjährigen Eitan geht weiter

Die Großeltern mütterlicherseits gehen vor Gericht in Italien gegen die Tante väterlicherseits vor.

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Eitan überlebte das Seilbahnunglück im Mai am Lago Maggiore © AP
 

Der Streit um die Fürsorge von Eitan B., dem einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore in Italien im Mai, geht weiter. Die Großeltern mütterlicherseits des Sechsjährigen, der im Mittelpunkt eines Streits zwischen seinen beiden Familienzweigen steht, haben am Dienstag bei einem Gericht in der norditalienischen Stadt Pavia die Aufhebung des Beschlusses eines Tribunals in Turin beantragt, mit dem die Tante väterlicher Seite zum Vormund des Kindes ernannt wurde.

Vorwurf der Kindesentführung

Eitan war im September von seinem Großvater mütterlicherseits, Shmuel Peleg, von Italien nach Tel Aviv gebracht worden. Der Großvater wird in Italien der Kindesentführung beschuldigt. Ein Gericht in Tel Aviv hatte sich Ende Oktober für die Rückkehr des Kindes nach Italien ausgesprochen, wo die Tante väterlicher Seite lebt. Diese war nach dem Unglück, bei dem Eitans Eltern, ein jüngerer Bruder und die Urgroßeltern ums Leben gekommen waren, zum Vormund des Kindes ernannt worden. Dieser Beschluss wird vom Großvater angefochten.

Die Großeltern mütterlicher Seite forderten vom Gericht in Pavia auch, dass ein unabhängiger Anwalt vorübergehend zum Vormund des Kindes ernannt werde. Der Fall wird jetzt vom Gericht von Pavia geprüft. In ihrem Antrag verweisen die Anwälte der Großeltern auf eine Reihe von Unregelmäßigkeiten im Verfahren, die den Turiner Richter dazu veranlasste, die Tante zum Vormund zu ernennen.

Der Bub lebte nach dem Unglück bei seiner Tante väterlicher Seite und ihrer Familie in Pavia. Anfang September war er von dort von seinem Großvater mütterlicherseits heimlich und entgegen einer richterlichen Anordnung nach Israel geflogen worden. Die Staatsanwaltschaft der italienischen Stadt ermittelt nun gegen Eitans Großeltern und gegen eine dritte Person wegen Entführung.

Kommentare (1)
deCamps
0
1
Lesenswert?

Die gesetzsmäßige und menschliche Problematik.

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Aus meiner Sicht hätten die Großeltern die weitaus größere menschliche und auch gesetzmäßige Berechtigung, was man von hier aus als Außenstehender sehen kann, für die Erziehungsberechtigung.
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Man kenn aber nicht die Rechtslage im Detail, "noch die Aktenlage" und niemand kennt die Meinung des sechsjährig Betroffenen zu den Menschen (sein Umfeld) in Italien und in Israel. Auch sechsjährige können schon einen aussagekräftigen klaren Bezug zu ihrem Umfeld besitzen.
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Unglaublich, hier wird wie über eine Sache verhandelt.