Nach verzweifeltem HilferufFrüherem Retter von Biden gelingt endlich Flucht aus Afghanistan

Knapp zwei Monate nach der Machtübernahme der Taliban ist einem früheren Dolmetscher und Retter von US-Präsident Joe Biden die Flucht aus Afghanistan gelungen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Helicopter and Joe Biden
Ein Schneesturm in Afghanistan zwang den Hubschrauber 2008 zur Landung. © JOHN SILSON/US DEPARTMENT OF STATE
 

Im Jahr 2008 musst der Hubschrauber, in dem auch der damalige Senator Joe Biden saß, wegen eines Schneesturms in einem abgelegenen Gebiet in Afghanistan notlanden. Biden war damals mit den Senatoren Chuck Hagel und John Kerry, dem späteren US-Außenminister, zu Besuch in Afghanistan. Es bestand die Sorge, dass die festsitzenden Politiker in den Bergen von den Taliban angegriffen werden könnten. Im Rettungsteam vor 13 Jahren war auch Aman Chalil, der als Dolmetscher seinen Teil zur Rettung der US-Politiker beitrug. Am Montag gelang es schließlich dem regelmäßig für das US-Militär arbeitenden Afghanen über Pakistan nach Katar auszureisen, wie das US-Außenministerium mitteilte.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" hatten sich Chalili und seine Familie mit Unterstützung von US-Veteranen und US-afghanischen Freiwilligen in den vergangenen Wochen in einer geheimen Unterkunft in Kabul versteckt, bevor sie am vergangenen Dienstag auf dem Landweg die Grenze zu Pakistan überquerten. Von dort aus wurden sie mit einer US-Regierungsmaschine nach Doha gebracht. Dem "Wall Street Journal" zufolge sollen Chalili, seine Frau und ihre fünf Kinder nun in einem beschleunigten Verfahren Visa für die USA erhalten.

Verzweifelter Hilferuf: "Vergessen Sie mich hier nicht"

Chalilis Familie hatte nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban vergeblich versucht, an Bord eines Evakuierungsflugs aus Kabul zu fliehen. Nach dem Ende der internationalen Luftbrücke tauchte Chalili mit seiner Familie unter und richtete im "Wall Street Journal" einen Hilferuf an Biden. "Hallo Herr Präsident: Retten Sie mich und meine Familie", sagte er der Zeitung. "Vergessen Sie mich hier nicht." Das Außenministerium in Washington versprach daraufhin, dem Dolmetscher zu helfen. "Wir werden dich da rausholen. Wir werden deinen Dienst ehren", sagte Ministeriumssprecherin Jen Psaki damals.

Hallo Herr Präsident: Retten Sie mich und meine Familie.

Aman Chalil
Am Wochenende kamen in Doha erstmals seit dem US-Rückzug aus Afghanistan Vertreter der USA und der Taliban persönlich zusammen. Bei den Gesprächen ging es auch um die Ausreise von ehemaligen Ortskräften, die immer noch in Afghanistan festsitzen.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!