"Furchtbarer Fehler"Papua-Neuguinea wird seine Maseratis nicht los

Ein Rabatt soll nun dabei helfen, die Luxusautos, die vor drei Jahren für den Apec-Gipfel angeschafft wurden, loszuwerden. Schon der Kauf der Flotte hatte in den Wochen vor dem Gipfel zu heftiger Kritik geführt. Das Land hat nicht einmal Mechaniker für die 123.000 Euro teuren Schlitten.

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Die Regierung von Papua-Neuguinea hatte sich 2018 unter anderem eine ganze Flotte Maseratis um 4,9 Millionen Euro angeschafft, um die Gäste des Asien-Pazifik-Gipfels standesgemäß herumkutschieren zu können. Der heftig kritisierte Kauf wurde mit dem Argument gerechtfertigt, dass die Autos nach dem Gipfel "wie warme Semmeln auf Rädern" weggehen würden und ohne Verluste weiterverkauft werden könnten. 

Drei Monate nach dem Gipfel wurden jedoch mehr als 280 Luxusautos vermisst. Darunter auch die 40 Maserati Quattroporte - eine sehr auffällige, viertürige Limousine der italienischen Luxusmarke. Die Maseratis wurden der Polizei zufolge zwar alle zurückgegeben - bei 284 anderen Autos geschah dies aber nicht. Bis heute wird ein Teil dieser Autos privat genutzt und die Regierung weiß nicht, wo sie sich befinden. 

Probleme beim Maserati-Verkauf 

So wie mit den warmen Semmeln lief es leider nicht beim Maserati-Verkauf. Noch immer stehen 38 Limousinen in der Garage, das Land sucht händeringend nach Abnehmern. Nun soll ein Rabatt helfen, die Flotte loszuwerden: Finanzminister John Pundari sagte laut Lokalzeitung "Post-Courier", dass die Autos zum "Sonderpreis" von 98.600 Euro zu haben sein sollen. Die Regierung des Inselstaates hatte für die italienischen Luxusschlitten rund 123.000 Euro pro Stück bezahlt.

Minister: "Furchtbarer Fehler"

Der Kauf unter der alten Regierung sei ein "furchtbarer Fehler" gewesen, den er sich nicht erklären könne, erklärte der Minister. Es sei ein Beispiel für Geldverschwendung in einem Land, in dem es der Bevölkerung am Nötigsten fehlte: vernünftigen Straßen, einer ausreichenden Gesundheitsversorgung oder Trinkwasser.

Außerdem gebe es auf Papua-Neuguinea weder Mechaniker für die Autos, noch wolle die diplomatische Mission Papua-Neuguineas die Wagen verwenden – die Nebenkosten seien einfach zu hoch. Nur zwei Stück konnten bisher verkauft werden.

 Papua-Neuguinea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Kauf der Luxusflotte, die neben den Maseratis auch Geländewagen und drei Bentleys umfasste, wurde von Bevölkerung und Opposition heftig kritisiert. Das Land hatte unter anderem gerade mit den Folgen von schweren Erdbeben zu kämpfen.

Kommentare (8)
Gelernter Ösi
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Erinnert mich an sündteure Fußballstadien in der Ukraine.

Gebaut von ausländischen Konzernen, finanziert vom ukrainischen Volk, das im Winter nicht genug Geld zum Heizen seiner Wohnungen hat. Gehts der Wirtschaft gut, gehts Euch allen gut, Gfrasta.

goergXV
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Klagenfurter Stadion

erinnert mich an das Klagenfurter Stadion, das selbst an Wochenenden LEIDER meist leer steht ...

lieschenmueller
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"Die Krone der Schöpfung",

an jedem Fleck der Erde zeigt sie sich gleich!

deCamps
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Zur Information.

Die Kosten für diese genaugenommen größtenteils wertlose- und bedeutungslose Veranstaltung werden größtenteils vom Veranstalter und von Australien getragen.
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Stellt sich die Frage, wäre es nicht real möglich, wenn man weltweit derartige wirtschaftlichen Projekte und militärischen Ausgaben zum Wohle der Menschheit verwenden würde? Keine Fantasien. Klima, CO2, Sonnenenergie wären nur mehr ein Klacks.

deCamps
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Was man wieder sehen konnte. Also was?

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Es gibt gewisse menschliche Eigenschaften, die in allen Gesellschaften mit den gleichen Auswirkungen und Nachhaltigkeit erkennbar sind. Drei Monate nach dem Gipfel wurden jedoch mehr als 280 Luxusautos vermisst. Bis heute wird ein Teil dieser Autos privat genutzt und die Regierung weiß nicht, wo sie sich befinden.
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Die Misere rund um die Maseratis sind weltweit lediglich eine politische Fingerübung in jeder Gesellschaft. Zeigt halt wieder wie in Papua-Neuguinea das sich grundsätzlich das Volk wie ihre Politiker benehmen und die Politik wie das Volk. Denn die Politiker kommen wie "weltweit" u.a. wie auch in Österreich aus den Reihen ihres Volkes.

deCamps
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Essentielles aus Wikipedia.

Papua-Neuguinea seit 1975 von Australien unabhängig mit 8,0 Mion EW auf 460.000 km². Ein Land mit einer nahezu unendlichen und hier tatsächlich multikulturellen Gesellschaft? Im Gegensatz zu dem europäischen Gequatsche über die Bildung einer "multikulturellen" Gesellschaft.
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Die Bevölkerung besteht aus 700 bis 1000 Volksgruppen mit jeweils eigener Sprache und Kultur sowie teils auch eigener Religion unterteilen. Sie wohnen zu 90 % im unwegsamen Bergland der Insel und leben größtenteils traditionell in Familienverbänden. Die Zahl der mehrheitlich melanesischen ethnischen Gruppen ist allerdings noch größer. Melanesier leben vor allem in Küstennähe und auf den Inseln. Zudem gibt es Minderheiten von Mikronesiern, Polynesiern und Europäern (unter anderem Deutsche).
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Papua-Neuguinea ist traditionell ein Land mit sehr großer sprachlicher Vielfalt. Unter den rund 8 Millionen Einwohnern werden insgesamt 839 verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen (je nach Angabe zwischen 11 % und 25 % der lebenden Sprachen der Welt).
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In dieser Vielfalt einer Gesellschaft wird man voraussichtlich diese 284 Autos kaum mehr finden.

reschal
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Mieten

Was wäre mit mieten? In Australien oder Japan wäre das sicher möglich gewesen. Was sind diese Politiker von Beruf??

Weltreisender
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Ich habe..

der Regierung ein Angebot gemacht, die Autos zu übernehmen. Sie müssen aber zuerst 500.000,00 Euro an Anwaltskosten überweisen. Mal sehen ob es klappt.